Als langjähriger Beobachter der Bundesliga-Szene bin ich immer wieder erstaunt, wie schnell sich Dynamiken in Vereinen verändern können. Der 1. FC Köln hat seinen Standard-Trainer Hannes Dold mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden – ein überraschender Schritt mitten in der Saison, der tiefere Einblicke in die aktuelle Situation beim Effzeh gewährt.
Das Besondere an dieser Personalie: Dold war erst im Sommer 2023 unter dem damaligen Cheftrainer Steffen Baumgart zum FC gestoßen und galt als Spezialist für Standardsituationen. Gerade in einer Liga, in der oft Kleinigkeiten entscheiden, sind ruhende Bälle ein entscheidender Faktor geworden. Viele Teams beschäftigen mittlerweile dedizierte Experten für diesen Bereich – umso bemerkenswerter ist Dolds Freistellung.
Die Kölner Verantwortlichen haben sich zu den genauen Hintergründen bislang nicht detailliert geäußert. Lediglich ein knapper Kommentar des Sportgeschäftsführers Christian Keller lässt aufhorchen: «Wir haben uns nach internen Gesprächen für diesen Schritt entschieden.» Meine Kontakte im Umfeld des Vereins deuten an, dass es unterschiedliche Auffassungen über die taktische Ausrichtung gegeben haben könnte.
Für den FC kommt dieser Personalwechsel zu einem heiklen Zeitpunkt. Im Abstiegskampf braucht die Mannschaft von Trainer Timo Schultz eigentlich Stabilität. Die Effektivität bei Standards war in dieser Saison ohnehin nicht das Hauptproblem der Kölner – vielmehr haperte es an der Chancenverwertung aus dem Spiel heraus. Die Frage, die sich mir stellt: Ist diese Entscheidung ein notwendiger Schnitt oder eher ein Symptom tieferliegender Unstimmigkeiten im Trainerteam? Die nächsten Wochen werden zeigen, ob dieser ungewöhnliche Schritt die erhoffte Wirkung entfaltet.