Die Gesichter der FC-Profis sprachen Bände. Nach der 0:2-Niederlage gegen Union Berlin herrschte beim 1. FC Köln Frust. Statt mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause zu gehen, müssen die Kölner nun zwei Wochen lang an der bitteren Heimpleite knabbern.
«Wir haben einfach nicht die Mittel gefunden, um Unions Abwehrriegel zu knacken», gab Trainer Timo Schultz nach dem Spiel zu. «Die erste Halbzeit war noch okay, aber nach dem Gegentor haben wir den Faden verloren.» Besonders ärgerlich: Der Führungstreffer der Berliner fiel nach einem vermeidbaren Ballverlust im Mittelfeld.
In der Kabine war die Stimmung entsprechend gedämpft. Kapitän Florian Kainz versuchte dennoch, das Positive zu sehen: «Wir haben in den letzten Wochen bewiesen, dass wir konkurrenzfähig sind. Heute hat einfach die letzte Durchschlagskraft gefehlt.» Mit nun elf Punkten aus acht Spielen liegt der FC zwar im gesicherten Mittelfeld, doch die Ansprüche sind gewachsen.
Für Sportdirektor Christian Keller ist die Niederlage kein Grund zur Panik: «Wir brauchen jetzt ein paar Tage Abstand. Die Mannschaft hat bisher eine ordentliche Saison gespielt, heute war einfach nicht unser Tag.» Die Länderspielpause kommt für die Kölner daher vielleicht genau zum richtigen Zeitpunkt.
Die mitgereisten Fans zeigten sich trotz der Niederlage solidarisch und applaudierten der Mannschaft nach Abpfiff. Eine Geste, die bei den Spielern ankam. «Unsere Fans sind unglaublich. Ihnen wollten wir heute etwas zurückgeben, das ist uns leider nicht gelungen», meinte Abwehrspieler Timo Hübers.
Nach der Länderspielpause wartet mit dem Auswärtsspiel in Leverkusen gleich der nächste Härtetest. Zeit genug für Schultz und sein Team, die richtigen Schlüsse zu ziehen und mit frischem Mut in die kommenden Aufgaben zu gehen.