Wenn Nachwuchsfußball über 8.000 Zuschauer in ein Stadion lockt, dann ist etwas Besonderes im Gange. Genau das passierte gestern in Köln, wo die U19 des 1. FC Köln in der Youth League auf Inter Mailand traf. Eine Rekordkulisse für ein Jugendspiel in Deutschland und eine Atmosphäre, die selbst gestandene Profis beeindruckt hätte. Was da im Franz-Kremer-Stadion abging, war mehr als nur ein Nachwuchsspiel – es war eine Demonstration, wie lebendig die Fußballkultur in der Domstadt ist.
Die jungen Kölner kamen mit dem Druck der großen Bühne bemerkenswert gut zurecht. Bereits in der 26. Minute ging der FC-Nachwuchs durch Jaka Cuber Potocnik in Führung – das Stadion explodierte förmlich. Die Freude währte allerdings nur kurz, denn Inters Toptalent Thomas Berenbruch glich nur sechs Minuten später aus. Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die Mailänder durch Matteo Lavelli die Oberhand gewannen (63.).
Doch wer die Kölner kennt, weiß: Aufgeben ist keine Option. In einer dramatischen Schlussphase warfen die FC-Jungs alles nach vorne. «Die Unterstützung der Fans hat uns unglaublichen Rückenwind gegeben. So etwas erlebt man als Jugendspieler normalerweise nicht», schwärmte U19-Kapitän Meiko Wäschenbach nach dem Spiel. Belohnt wurde der Kampfgeist in der 88. Minute, als Elias Bakatukanda den vielumjubelten 2:2-Ausgleich erzielte.
Das Rückspiel in Mailand wird nun zur echten Charakterprobe für die Kölner Nachwuchshoffnungen. Trainer Evangelos Sbonias zeigte sich trotz des Unentschiedens zuversichtlich: «Die Jungs haben bewiesen, dass sie mit europäischer Spitzenklasse mithalten können. In Mailand ist alles möglich.» Und tatsächlich: Die jungen Geißböcke haben gezeigt, dass der deutsche Nachwuchsfußball international durchaus konkurrenzfähig ist. Wer weiß – vielleicht erleben wir bald einige dieser Talente in der Bundesliga wieder? Die Bühne für ihre Visitenkarte hätte jedenfalls kaum größer sein können.