In München sorgt eine abgelehnte Spende des Vereins Elternhaus München Klinik für Empörung. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zeigt sich schockiert, nachdem die Süddeutsche Zeitung Stiftung eine 22.500-Euro-Spende zurückgewiesen hat. Der Grund: Der Verein betreut auch krebskranke Kinder aus Russland. «Ich dachte, das sei ein Joke», sagte Reiter gestern.
Der Verein Elternhaus München Klinik unterstützt seit 25 Jahren Familien mit schwer kranken Kindern, die in München behandelt werden. Er bietet bezahlbaren Wohnraum für die Zeit der Therapie. Unter den betreuten Familien sind auch solche aus Russland, deren Kinder an Krebs leiden. Die SZ-Stiftung begründete ihre Absage damit, dass dies «im Widerspruch zu den Werten» stehe, für die die Stiftung eintrete.
Besonders bitter: In den vergangenen Jahren hatte die SZ-Stiftung den Verein regelmäßig unterstützt. «Humanitäre Hilfe für krebskranke Kinder darf niemals von deren Herkunft abhängig sein», betont Reiter. In meinen fast 20 Jahren als Journalistin habe ich selten eine so einhellige Empörung über eine Spendenentscheidung erlebt.
Auch Peter Boehringer, Bundestagsabgeordneter der AfD, kritisierte die Entscheidung scharf: «Völlig krank, russischen krebskranken Kindern die Hilfe zu verweigern.»
Die SZ-Stiftung steht nun unter erheblichem Druck. Was als vermeintlich politisch korrekte Haltung gedacht war, wird zum PR-Desaster. Für die betroffenen Familien bleibt die Hoffnung, dass andere Spender einspringen – und dass wir uns daran erinnern, dass humanitäre Hilfe keine Grenzen kennen sollte.