Ein bisschen Mut kann manchmal Wunder wirken. Das weiß auch Fabian Hürzeler, der mit seinem FC St. Pauli am Wochenende vor einer der härtesten Aufgaben in dieser Bundesligasaison steht. Das Auswärtsspiel in Köln bringt nicht nur die Herausforderung eines lautstarken Publikums mit sich – die Kiezkicker müssen auch beweisen, dass sie nach vier sieglosen Spielen den Turnaround schaffen können.
«Wir müssen mutiger im letzten Drittel agieren», erklärt Hürzeler, dessen Mannschaft zuletzt vor allem in der Offensive Probleme hatte. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nur fünf Tore in sechs Spielen sind zu wenig für den Aufsteiger. In Köln soll sich das ändern, auch wenn mit Eric Smith ein wichtiger Stratege fehlen wird. Der Schwede laboriert an muskulären Problemen und fällt definitiv aus.
St. Paulis Plan basiert auf einer soliden Defensive, die mit 10 Gegentoren im Liga-Vergleich durchaus ordentlich dasteht. Darauf will Hürzeler aufbauen: «Unsere defensive Stabilität ist der Schlüssel. Von dort aus müssen wir aber schneller und präziser nach vorne spielen.» Besonders die Flügelspieler Danel Sinani und Oladapo Afolayan sollen mehr in gefährliche Eins-gegen-eins-Situationen kommen.
Für die Kölner, die mit sieben Punkten nur knapp vor St. Pauli (5) stehen, ist es ebenfalls ein wichtiges Spiel. FC-Coach Gerhard Struber warnt: «St. Pauli spielt einen sehr dominanten Stil. Sie wollen den Ball haben und das Spiel bestimmen.» Ein interessanter taktischer Schachzug könnte die Positionierung von Marcel Hartel sein, der als gebürtiger Kölner besonders motiviert sein dürfte.
Die Stimmung im Team ist trotz der Ergebniskrise gut geblieben. «Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in Köln punkten können», zeigt sich Hürzeler selbstbewusst. «Die Jungs ziehen voll mit, sie wissen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.» In Köln bietet sich die Chance, diesen Worten auch Taten folgen zu lassen. Vielleicht reicht ja ein bisschen mehr Mut im Spiel nach vorne.