In Kiel wird an vielen Ecken gleichzeitig gebaut. Der Holstenplatz gleicht seit Montag einer Großbaustelle – die Stadtwerke erneuern dort Fernwärme- und Wasserleitungen. Autofahrer müssen mit erheblichen Behinderungen rechnen, denn die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende März 2024.
Die Baustelle hat Auswirkungen auf den gesamten innerstädtischen Verkehr. «Wir versuchen, die Belastung für Anwohner und Pendler so gering wie möglich zu halten», erklärt Tiefbauamtsleiter Peter Bender. Umleitungen sind ausgeschildert, dennoch staut es sich zu Stoßzeiten erheblich.
Auch am Sophienblatt wird gebaut. Hier erneuert die Stadt die marode Fahrbahndecke auf einer Länge von 300 Metern. Seit meiner letzten Vor-Ort-Begehung vergangene Woche hat sich die Situation noch verschärft: Pendler brauchen morgens gut 20 Minuten länger für ihre Fahrt in die Innenstadt.
Gleichzeitig laufen Arbeiten in der Feldstraße, wo die Stadtwerke Gasleitungen austauschen. Anwohner Klaus Petersen ist genervt: «Erst im letzten Jahr wurde hier die Straße aufgerissen, jetzt schon wieder. Das kann doch nicht sein!»
Die Stadtwerke verteidigen ihr Vorgehen. «Wir koordinieren unsere Maßnahmen mit anderen Versorgern und der Stadt», betont Sprecherin Sabine Müller. «Manchmal lassen sich Überschneidungen aber nicht vermeiden.»
Für Kieler Autofahrer wird es auch in den kommenden Wochen eng. Ab Mitte Dezember beginnt zusätzlich die Sanierung der Schulstraße. Wer kann, sollte auf Bus und Bahn ausweichen – oder gleich aufs Rad umsteigen. Die Stadt arbeitet derweil an einem digitalen Baustelleninformationssystem, das künftig besser über Behinderungen informieren soll. Höchste Zeit, finde ich, nach zahllosen vergeblichen Nachfragen frustrierter Bürger.