Der Oberbürgermeister von Essen, Thomas Kufen, hat den Fans von Rot-Weiss Essen Hoffnung gemacht: Die Stadt will das marode Stadion an der Hafenstraße nicht verkaufen. «Das Stadion bleibt in städtischer Hand«, betonte Kufen bei einem Bürgerdialog in Essen-Bergerhausen. Eine Nachricht, die viele Anhänger des Drittligisten aufatmen lässt.
Die finanzielle Lage der Stadt Essen ist angespannt. Mit über drei Milliarden Euro Schulden steht die Ruhrgebietsmetropole unter Druck. Der Stadthaushalt steht unter strenger Beobachtung der Bezirksregierung in Düsseldorf. «Wir müssen an allen Ecken und Enden sparen«, erklärt Kufen. «Aber das Stadion gehört zur Identität unserer Stadt.«
Seit Jahren ist die Zukunft des Stadions an der Hafenstraße ein Dauerthema in Essen. Der Sanierungsstau wird auf mindestens 20 Millionen Euro geschätzt. Bei Starkregen dringt regelmäßig Wasser ins Stadioninnere ein, die Elektrik gilt als veraltet.
«Es wird ein hartes Stück Arbeit, die nötigen Mittel für die Sanierung freizumachen«, sagt Kufen. «Aber wir bekennen uns zu unserer Verantwortung.» Der Verein selbst könne die Kosten nicht stemmen. RWE-Vorstandschef Marcus Uhlig hatte zuletzt immer wieder auf die Dringlichkeit der Stadionsanierung hingewiesen.
Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Reportagen aus diesem Stadion, als die Tribünen bei Regen wie Schwämme vollsogen. An dieser Situation hat sich wenig geändert.
Die Stadt plant nun eine schrittweise Modernisierung, die sich über mehrere Jahre erstrecken soll. «Wir werden Prioritäten setzen müssen«, so Kufen. «Zuerst kommt die Sicherheit, dann der Rest.» Eine Machbarkeitsstudie soll bis Ende des Jahres konkrete Maßnahmen und Kosten aufzeigen.
Für die Fans von Rot-Weiss Essen ist die Aussage des Oberbürgermeisters ein wichtiges Signal. «Wir brauchen Planungssicherheit«, sagt Fanvertreter Michael Welling. «Das Stadion ist unser Wohnzimmer.«
Die Zukunft des Stadions bleibt ein Balanceakt zwischen finanziellen Zwängen und emotionaler Bedeutung. Oder wie ein älterer Fan es am Rande der Veranstaltung auf gut Ruhrdeutsch zusammenfasste: «Et wird Zeit, datt sich wat tut. Aber Hauptsache, et bleibt unsers.«