Article – Die Post des Christkinds in Engelskirchen hat alle Hände voll zu tun. Mehr als 90.000 Wunschbriefe aus 60 Ländern sind dort bereits eingetroffen, wie die Deutsche Post mitteilt. Die 20 Helferinnen und Helfer in der Weihnachtspostfiliale im Bergischen Land bei Köln arbeiten auf Hochtouren, um rechtzeitig allen Kindern zu antworten.
In den Briefen wünschen sich die Kinder nicht nur Spielzeug oder Süßigkeiten. Viele bitten um Frieden auf der Welt oder äußern den Wunsch, dass es ihrer Familie gut geht. «Ich war gestern im Krankenhaus und habe jetzt eine Narbe am Kopf», schreibt die siebenjährige Emma. «Bitte mach, dass es schnell heilt.» Auch der sechsjährige Noah hat einen besonderen Wunsch: «Ich wünsche mir, dass mein Opa wieder gesund wird.»
Seit 1985 beantwortet die Weihnachtspostfiliale in Engelskirchen Briefe ans Christkind. Was als kleine Aktion begann, ist längst zu einer Institution geworden. Briefe kommen inzwischen aus der ganzen Welt – von Australien bis Kanada.
In meinen fast zwanzig Jahren als Journalistin habe ich viele Weihnachtstraditionen kennengelernt, aber die Hingabe des Engelskirchener Teams berührt mich jedes Jahr aufs Neue. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen sich Zeit für jeden Brief, schreiben persönliche Antworten und sorgen dafür, dass kein Kind enttäuscht wird.
Besonders auffällig ist in diesem Jahr die Zunahme von Briefen, in denen Kinder ihre Sorgen über Krieg und Klimakrise ausdrücken. «Die Kinder nehmen viel mehr wahr, als wir Erwachsenen oft denken», erklärt Brigitta Nell, Leiterin der Christkindpostfiliale. «In ihren Briefen spiegeln sich die großen Themen unserer Zeit.»
Wer noch einen Brief ans Christkind schicken möchte, hat noch bis zum 20. Dezember Zeit. Die Adresse lautet: An das Christkind, 51777 Engelskirchen. Für eine Antwort ist ein Absender unbedingt notwendig.
Was bleibt, ist die Frage: Wie schaffen wir es als Gesellschaft, den Kindern nicht nur ihre materiellen Wünsche zu erfüllen, sondern auch ihre Sehnsucht nach einer friedlichen, sicheren Welt?