Die Samstagnachmittagsspiele des 14. Bundesliga-Spieltags boten wieder einmal reichlich Spannung. Besonders bemerkenswert: FC St. Pauli kämpfte nach früher Roter Karte mit zehn Mann und erkämpfte ein respektables 1:1 gegen die TSG Hoffenheim, die damit wertvolle Punkte im Kampf um die europäischen Plätze liegen ließ.
Für die größte Überraschung sorgte Augsburg mit einem 3:1-Heimsieg gegen Wolfsburg. Die Fuggerstädter zeigten sich von ihrer effizienten Seite und nutzten die Unsicherheiten in der Wolfsburger Abwehr eiskalt aus. Besonders Ermedin Demirović glänzte mit einem Doppelpack und steht nun bei beeindruckenden neun Saisontreffern. Die Wolfsburger hingegen rutschen tiefer in die Krise – Trainer Ralph Hasenhüttl gerät zunehmend unter Druck.
«Wir haben heute endlich unsere Chancen konsequent genutzt», erklärte Augsburgs Trainer Jess Thorup nach dem Spiel. «Die Mannschaft hat genau den Kampfgeist gezeigt, den wir in den letzten Wochen vermisst haben.» Interessant: Die Expected-Goals-Statistik (xG) spricht mit 1,8:2,3 eigentlich für die Gäste – ein weiterer Beleg für die außergewöhnliche Effizienz der Augsburger.
In Hamburg sorgte derweil die frühe Rote Karte gegen St. Paulis Kapitän Jackson Irvine (17. Minute) für Aufregung. Trotz Unterzahl gingen die Kiezkicker durch Marcel Hartel in Führung, mussten aber kurz nach der Pause den Ausgleich durch Hoffenheims Toptalent Tom Bischof hinnehmen. Danach verteidigten die Hamburger leidenschaftlich und sicherten sich einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf.
Man kann nur staunen, wie sich der Umgang mit Unterzahlsituationen im modernen Fußball entwickelt hat. Während früher meist der Bus geparkt wurde, setzen Teams wie St. Pauli heute auf kontrollierte Offensivaktionen bei gleichzeitiger defensiver Stabilität. Wird diese mutigere Spielweise zum neuen Standard? Die kommenden Wochen werden es zeigen.