In Dingolfing sind gestern Abend zwei Männer festgenommen worden, die einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt geplant haben sollen. Die Polizei griff nach konkreten Hinweisen auf einen möglichen terroristischen Hintergrund zu. Laut Bayerischem Landeskriminalamt handelt es sich bei den Verdächtigen um einen 18-jährigen Syrer und einen 17-jährigen Iraker. Die Festnahmen erfolgten nach mehrwöchigen Ermittlungen.
Was mich vor Ort besonders bewegt hat: Die Mischung aus Erleichterung und Beunruhigung bei den Anwohnern. «Ich wollte mit meinen Kindern am Wochenende auf den Markt. Jetzt weiß ich nicht, ob ich überhaupt hingehen soll», erzählt mir Sabine Mayer (42), die ich auf dem Dingolfinger Marktplatz treffe.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betont: «Die Sicherheitsbehörden haben schnell und konsequent gehandelt. Wir nehmen jede Bedrohungslage ernst.» Die Ermittler fanden bei den Durchsuchungen der Wohnungen Beweismittel, die nun ausgewertet werden.
Seit den Anschlägen auf europäischen Weihnachtsmärkten vor einigen Jahren sind die Sicherheitsmaßnahmen deutlich verschärft worden. In München erlebte ich erst letzte Woche, wie Betonpoller aufgestellt und zusätzliche Polizeistreifen eingesetzt wurden – Alltag in deutschen Innenstädten während der Adventszeit.
Die beiden Verdächtigen wurden dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Der Dingolfinger Weihnachtsmarkt wird unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen stattfinden. Die Frage bleibt, wie wir als Gesellschaft mit dieser ständigen Bedrohung umgehen wollen. Zwischen Wachsamkeit und der Freiheit, unbeschwert zu feiern, liegt ein schmaler Grat.