In Essen beginnt der vorzeitige Abbau des beliebten Riesenrads, das den Weihnachtsmarkt seit Jahren prägt. Nach Angaben des Betreibers Wilmering muss das 55 Meter hohe «Essener Weihnachtswunder» bereits am Samstag, den 20. Januar, seinen Betrieb einstellen – zwei Wochen früher als ursprünglich geplant. Etwa 70.000 Besucher genossen seit November die Aussicht über die winterliche Ruhrmetropole.
Die Ursache für den frühzeitigen Abbau liegt bei personellen Engpässen. «Unser Team wird auf anderen Veranstaltungen dringend gebraucht», erklärt Oscar Bruch, der Verantwortliche für den Auf- und Abbau. Ein Problem, das ich in meiner Berichterstattung immer häufiger beobachte: Der Fachkräftemangel erreicht nun auch die Schaustellerbranche.
Die Essener nehmen die Nachricht mit gemischten Gefühlen auf. «Ich bin enttäuscht. Die Fahrt gehört für mich jedes Jahr dazu», sagt Anwohnerin Sabine Körner. Die lokalen Geschäfte rund um den Kennedyplatz befürchten Einbußen. Nach Schätzungen der Werbegemeinschaft sorgte das Riesenrad für bis zu 15 Prozent mehr Laufkundschaft.
Für den kommenden Winter gibt es jedoch bereits positive Signale. «Wir planen eine Rückkehr mit verlängerter Standzeit», versichert Bruch. Die Stadt Essen prüft zudem Möglichkeiten, das Riesenrad zukünftig als ganzjährige Attraktion zu etablieren. Vielleicht wird aus dem «Weihnachtswunder» bald ein «Essener Ganzjahreswunder»? Die Weichen dafür werden jetzt gestellt.