Die neuen Sicherheitsmaßnahmen für Hamburgs Schulen sind am Montag in Kraft getreten. Nachdem letztes Jahr Zwischenfälle an vier Schulen für Besorgnis gesorgt hatten, investiert die Hansestadt nun 15 Millionen Euro in ein Präventionsprogramm. Dieses umfasst Notfallknöpfe, verbesserte Kommunikationssysteme und verstärkte Eingangskontrollen an zunächst 35 Brennpunktschulen im Stadtgebiet.
«Wir wollen, dass sich Kinder und Lehrer gleichermaßen sicher fühlen können», erklärt Schulsenator Ties Rabe bei der Vorstellung der Maßnahmen. Die Alarmknöpfe sind direkt mit der Polizei verbunden, die Reaktionszeit soll auf unter vier Minuten reduziert werden.
Bei meinem Besuch an der Stadtteilschule Wilhelmsburg ist die Stimmung gemischt. Während Schulleiterin Petra Müller die Maßnahmen begrüßt, äußern sich einige Eltern skeptisch. «Mehr Kameras bedeuten nicht automatisch mehr Sicherheit», meint Elternratsvorsitzender Thomas Berger.
Auffällig ist, dass besonders Schulen in sozialen Brennpunkten von dem Programm profitieren sollen. Eine Entscheidung, die ich nach 15 Jahren Berichterstattung über Hamburgs Bildungspolitik nachvollziehen kann. Die Kluft zwischen Schulen in wohlhabenden und ärmeren Vierteln war schon immer spürbar.
Experten wie Kriminologe Prof. Dr. Werner Schmidt von der Universität Hamburg sehen in dem Programm einen Schritt in die richtige Richtung: «Sicherheit ist die Grundlage für erfolgreiches Lernen. Aber wir dürfen die sozialen Ursachen nicht vergessen.»
Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird nach einem Jahr evaluiert. Ob Hamburgs Schulen dadurch tatsächlich sicherer werden oder ob es nur um ein Gefühl der Sicherheit geht, bleibt abzuwarten. Vielleicht ist es aber genau dieses Gefühl, das unsere Schulen jetzt am dringendsten brauchen.