Die Immobilienmetropole München festigt ihre Position als unangefochtene Nummer eins im Luxussegment. Mit Quadratmeterpreisen, die in Spitzenlagen bis zu 30.000 Euro erreichen, bleibt die bayerische Landeshauptstadt die teuerste Stadt Deutschlands für Premiumimmobilien – und das trotz des allgemeinen Marktabschwungs.
Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Seit 2019 sind die Preise im Luxussegment um durchschnittlich 9,3 Prozent gestiegen, wie die aktuelle Analyse von Engel & Völkers zeigt. Dieser Trend steht im deutlichen Kontrast zur Gesamtentwicklung des Immobilienmarktes.
«München bleibt ein Sehnsuchtsort für vermögende Käufer aus dem In- und Ausland», erklärt Florian Ebert, Immobilienexperte der Landeshauptstadt. «Die Kombination aus wirtschaftlicher Stärke, kultureller Vielfalt und hoher Lebensqualität macht die Stadt trotz der extremen Preise weiterhin attraktiv.» Die beliebtesten Lagen sind nach wie vor Bogenhausen, Nymphenburg und das Lehel, wo selbst in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit kaum Preisrückgänge zu verzeichnen sind.
Die Nachfrage kommt dabei zunehmend aus dem Ausland. «Etwa 30 Prozent der Käufer im Premium-Segment stammen inzwischen aus dem internationalen Umfeld», berichtet Ebert. Diese Käufergruppe interessiert sich besonders für repräsentative Altbauwohnungen oder moderne Penthouse-Apartments mit Blick auf die Alpen.
Als ich vor knapp 15 Jahren für ein Regionalmagazin in München recherchierte, lag der Spitzenwert bei etwa 15.000 Euro pro Quadratmeter – eine damals schon schwindelerregende Summe, die sich mittlerweile verdoppelt hat. Die Schere zwischen normalem Wohnraum und Luxusimmobilien wird dabei immer größer.
Für die Stadtgesellschaft bleibt die Frage, wie München angesichts dieser Entwicklung bezahlbaren Wohnraum sichern kann. Während die einen vom «Monaco an der Isar» träumen, wächst bei vielen die Sorge um den sozialen Zusammenhalt in der Stadt. Eine Lösung dieses Spannungsfeldes ist nicht in Sicht – und der Münchner Immobilienmarkt schreibt weiter seine eigenen Gesetze.