In den frühen Morgenstunden kam es auf der A1 bei Stuhr in Richtung Hamburg zu einem schweren LKW-Unfall. Ein Sattelzug durchbrach aus bisher ungeklärten Gründen die Mittelleitplanke und kippte um. Die Autobahn musste ab 5:30 Uhr vollständig gesperrt werden, was den Berufsverkehr im Großraum Bremen massiv beeinträchtigte. Nach Angaben der Polizei Delmenhorst staut sich der Verkehr inzwischen auf über acht Kilometer Länge.
Der 53-jährige Fahrer wurde bei dem Unfall leicht verletzt und konnte sich selbst aus dem Führerhaus befreien. «Wir können von Glück sprechen, dass nicht mehr passiert ist», erklärte Einsatzleiter Karsten Meyer von der Autobahnpolizei vor Ort. Die Ladung – mehrere Tonnen Lebensmittelkonserven – verteilte sich über beide Fahrbahnen.
Ich bin seit dem frühen Morgen an der Unfallstelle und beobachte die aufwendigen Bergungsarbeiten. Die Stimmung unter den wartenden Autofahrern ist angespannt, viele müssen wichtige Termine absagen. Eine Anwohnerin aus Stuhr brachte spontan Kaffee für die im Stau Stehenden. «Das ist typisch für unsere Region – man hilft sich», meinte sie.
Besonders problematisch: Durch ausgelaufenen Diesel musste die Fahrbahn großflächig saniert werden. Die Sperrung wird laut Verkehrsbehörde noch bis in die Abendstunden andauern. Der Verkehr wird über die B6 und B75 umgeleitet, doch auch dort herrscht inzwischen dichtes Gedränge.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, wie anfällig unser Verkehrssystem bei solchen Vorfällen ist. Ein einzelner Unfall kann das halbe Verkehrsnetz einer Region lahmlegen. Für Pendler heißt es heute: Geduld haben oder im Homeoffice bleiben.