In den frühen Morgenstunden kam es heute auf der A1 bei Stuhr zu einem schweren LKW-Unfall, der den Verkehr in Richtung Hamburg komplett lahmlegte. Nach Angaben der Polizei Bremen kollidierte gegen 5:30 Uhr ein mit Schüttgut beladener Sattelzug mit der Mittelplanke und kippte um. Seitdem stehen Pendler und Reisende in einem kilometerlangen Stau.
Der 53-jährige Fahrer erlitt leichte Verletzungen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Wie ich von der Unfallstelle erfahren konnte, verteilte sich die Ladung – hauptsächlich Sand und Kies – über alle Fahrspuren. «Die Räumungsarbeiten werden voraussichtlich den gesamten Tag in Anspruch nehmen», erklärte Polizeisprecherin Katja Weber vor Ort. Autofahrer werden dringend gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren.
Besonders problematisch ist der Zeitpunkt des Unfalls. In Hamburg beginnt morgen die Winterferienwoche, viele Familien sind bereits heute auf dem Weg in den Urlaub. Auf den Ausweichstrecken durch Delmenhorst und Bremen hat sich der Verkehr inzwischen ebenfalls verdichtet.
«Es ist eine unglückliche Verkettung von Umständen», sagt ADAC-Verkehrsexperte Thomas Müller. «Die Bergungsarbeiten sind komplex, da der LKW zunächst entladen werden muss, bevor er aufgerichtet werden kann.»
Nach meiner Beobachtung nimmt die Geduld der Wartenden sichtbar ab. An den Raststätten entlang der A1 herrscht drangvolle Enge. Die Polizei empfiehlt, auf die A7 oder die A27 auszuweichen. Mit einer Normalisierung der Lage wird erst am späten Abend gerechnet.
Was bleibt, ist die Frage nach der Unfallursache. Erste Ermittlungen deuten auf überhöhte Geschwindigkeit bei nassem Fahrbahnbelag hin. Vielleicht ein Denkanstoß für alle: Auch auf vermeintlich leerer Autobahn lauern Gefahren – besonders in der Dämmerung.