Die wachsende Jugendkriminalität im Berliner Stadtteil Wedding sorgt wieder für Schlagzeilen. Gestern Nachmittag wurde ein 13-jähriger Schüler von einer Gruppe Jugendlicher umzingelt, bedroht und ausgeraubt. Die Täter, selbst zwischen 13 und 15 Jahre alt, hatten es auf sein Geld und sein Handy abgesehen. Dank schneller Polizeiarbeit konnten vier Verdächtige noch am selben Tag festgenommen werden.
«Sie haben mir das Handy aus der Hand gerissen und gesagt, ich solle mein Geld rausrücken», berichtete der sichtlich erschütterte Junge den Beamten. Der Vorfall ereignete sich gegen 16:30 Uhr in der Nähe einer Schule – zu einer Zeit, als noch viele Passanten unterwegs waren. Zeugenaussagen führten die Polizei auf die Spur der mutmaßlichen Täter.
Die Einsatzkräfte konnten die vier Jugendlichen wenig später in einem nahen Park stellen. Bei der Durchsuchung fanden sie das gestohlene Smartphone und Bargeld. Kriminalhauptkommissarin Martina Weber erklärt: «Die Täter werden immer jünger. Was uns besonders beunruhigt, ist die zunehmende Gewaltbereitschaft.«
In meinen fast zwei Jahrzehnten als Reporterin beobachte ich, wie sich das Problem in bestimmten Kiezen verfestigt hat. Eltern und Lehrer berichten von Angst, die Kinder allein zur Schule zu schicken. Die Statistik bestätigt diesen Eindruck: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Raubdelikte durch Minderjährige im Bezirk um 18 Prozent.
Die Festgenommenen wurden ihren Eltern übergeben, während das Jugendamt eingeschaltet wurde. Für die drei strafmündigen Jugendlichen ab 14 Jahren könnten empfindliche Konsequenzen folgen. Doch was bedeutet das für den 13-jährigen Mittäter? Und wie können wir verhindern, dass aus jugendlichen Straftätern Intensivtäter werden? Diese Fragen beschäftigen nicht nur Wedding, sondern ganz Berlin.