Die Landungsbrücken in Hamburg standen gestern im Schein der Flammen, als ein historisches Segelschiff in unmittelbarer Nähe der weltbekannten Elbphilharmonie Feuer fing. Gegen 22:30 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert, nachdem Anwohner und Passanten den Brand auf dem Traditionsschiff «No. 5 Elbe» im Hansahafen gemeldet hatten. 73 Feuerwehrleute kämpften bis in die frühen Morgenstunden gegen die Flammen.
Als ich am späten Abend die Szene erreichte, bot sich ein erschütterndes Bild. Der Holzrumpf des 1883 gebauten Schiffes stand bereits in hellen Flammen. Die Hamburger Feuerwehr setzte Löschboote und Landfahrzeuge ein, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. «Das Feuer hat sich schnell durch die hölzerne Struktur gefressen», erklärte Einsatzleiter Martin Schneider vor Ort. «Unsere größte Sorge war, dass die Flammen auf benachbarte Schiffe übergreifen könnten.»
Besonders tragisch: Das mehr als 130 Jahre alte Schiff war erst 2019 nach einer aufwändigen Restaurierung wieder in Betrieb genommen worden. Ein Mitarbeiter der Stiftung Hamburg Maritim, die das Schiff betreut, konnte seine Tränen kaum zurückhalten: «Es ist ein Stück Hamburger Geschichte, das hier brennt.»
Die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Noch ist unklar, wie das Feuer ausbrechen konnte. Experten werden in den kommenden Tagen den Schaden begutachten und entscheiden, ob das historische Segelschiff gerettet werden kann.
Für die Hamburger ist es mehr als nur ein weiterer Brand im Hafen – es ist ein schmerzhafter Verlust maritimer Tradition in einer Stadt, die ihre Identität eng mit der Schifffahrt verknüpft. Während die Aufräumarbeiten beginnen, stellt sich bereits die Frage: Wird die «No. 5 Elbe» jemals wieder segeln können?