Die Münchner Eisbachwelle fließt wieder – und mit ihr kehrt ein Stück Stadtkultur zurück. Seit Montagmorgen surfen die ersten Wellenreiter wieder auf der berühmten Flusswelle am Englischen Garten. Die beliebte Attraktion war seit Ende Mai gesperrt, nachdem Starkregen die Anlage beschädigt hatte. Über 70.000 Besucher bestaunen jährlich das urbane Surfspektakel.
Knapp vier Monate mussten die rund 1.000 Münchner Flusssurfer auf ihr Revier verzichten. «Die Sperrung hat uns allen wehgetan, aber die Sicherheit geht vor», erklärt Stefan Meier vom Verein «Freunde der Eisbachwelle». Der Starkregen hatte nicht nur die Welle selbst, sondern auch die unterspülten Uferbereiche gefährlich beschädigt.
Die Stadt investierte rund 120.000 Euro in die Instandsetzung. Neben einer verstärkten Uferbefestigung wurden auch die hydraulischen Elemente erneuert, die der Welle ihre charakteristische Form geben.
Dass ausgerechnet zur Wiesn-Zeit die Reparatur abgeschlossen wurde, freut besonders die lokale Surfszene. «Im Herbst haben wir oft die besten Wasserstände», erzählt Theresa Keller, die seit acht Jahren regelmäßig auf der Eisbachwelle surft. «Direkt nach dem Oktoberfestbesuch noch eine Runde surfen – das ist für viele von uns Tradition.»
Als ich am Montagmittag vorbeischaue, haben sich bereits die ersten Touristengruppen eingefunden. Mit gezückten Handys fotografieren sie die Surfer, die in Neoprenanzügen trotz der kühlen Temperaturen ihre Runden drehen. Die Stimmung ist ausgelassen, fast wie bei einem kleinen Stadtfest.
Die Wiedereröffnung zeigt, welchen Stellenwert die Eisbachwelle für München hat – längst ist sie mehr als nur ein Sportspot. Sie verbindet Tradition und urbane Kultur, lockt Einheimische wie Touristen gleichermaßen. «Mehr dazu auf der Website der Stadt München.»
Während die ersten Surfer ihre Schwünge ziehen, frage ich mich: Wo sonst könnten Großstädter mitten im Alltag so unmittelbar in die Natur eintauchen? Die Eisbachwelle bleibt ein besonderes Symbol für die Lebensqualität in dieser Stadt – und ist ab sofort wieder für alle da.