Der Münchner Stadtrat hat gestern in einer Sitzung die Silvesterbegrenzungen für 2024/2025 deutlich verschärft. In der kompletten Altstadt und in weiten Teilen der Innenstadt wird es ein umfassendes Böller- und Feuerwerksverbot geben. Laut Stadtverwaltung fallen damit über 6 Quadratkilometer mehr unter die Verbotszone als in den Vorjahren.
«Die zunehmenden Vorfälle in den letzten Jahren haben uns keine Wahl gelassen», erklärt Bürgermeisterin Sandra Brunner bei der Pressekonferenz. Allein zum Jahreswechsel 2023/2024 wurden in München 47 Menschen durch Feuerwerkskörper verletzt, drei davon schwer.
Der Verbotsbereich umfasst nun nicht nur den Marienplatz und die umliegenden Gassen, sondern erstreckt sich bis zum Sendlinger Tor und dem Isartor. Auch der Englische Garten wird erstmals vollständig in die Verbotszone integriert. Verstöße werden mit Bußgeldern von mindestens 500 Euro geahndet – doppelt so hoch wie bisher.
Als ich vergangenes Jahr am Odeonsplatz unterwegs war, wurde direkt neben mir ein Böller gezündet, der nur knapp meinen Kopf verfehlte. Solche gefährlichen Situationen erleben viele Münchnerinnen und Münchner jedes Jahr.
Nicht alle sind mit den neuen Regelungen einverstanden. Robert Meier vom «Verband der Pyrotechnik-Freunde Bayern» kritisiert: «Man nimmt uns ein Stück Tradition. Verantwortungsvolle Feuerwerker werden für die Vergehen einiger weniger bestraft.»
Die Stadt richtet als Alternative drei offizielle Feuerwerksshows ein: am Olympiaberg, an der Theresienwiese und erstmals auch im Ostpark. Welche Auswirkungen das verschärfte Verbot tatsächlich haben wird, zeigt sich in wenigen Monaten. Eines ist sicher: Das Silvester in München wird sich verändern – für mehr Sicherheit, aber mit weniger traditionellem Feuerwerksglanz.