In Hamburg hat Glatteis in der Nacht zu Donnerstag für Chaos gesorgt. Über 80 Einsätze verzeichnete die Feuerwehr zwischen 19 Uhr und 6 Uhr morgens, die meisten davon wegen Menschen, die auf glatten Gehwegen gestürzt waren. Bei Temperaturen knapp unter null Grad verwandelten sich Straßen und Wege in gefährliche Rutschbahnen.
«Wir hatten alle Hände voll zu tun», berichtet Feuerwehrsprecher Martin Schmidt. «Besonders betroffen waren die nördlichen Stadtteile.» Die Rettungskräfte mussten hauptsächlich zu Knochenbrüchen und anderen Verletzungen ausrücken. Nach Angaben der Polizei kam es zudem zu mehreren Verkehrsunfällen mit Blechschäden, glücklicherweise ohne Schwerverletzte.
Auch der öffentliche Nahverkehr war betroffen. Die Hochbahn musste mehrere Buslinien zeitweise einstellen, weil Haltestellen und Zufahrtsstraßen unpassierbar waren. Streudienste waren die ganze Nacht im Einsatz, konnten aber mit dem plötzlichen Wintereinbruch kaum Schritt halten.
Als ich gegen 22 Uhr in Barmbek unterwegs war, beobachtete ich ältere Anwohner, die sich gegenseitig stützten und vorsichtig Schritt für Schritt vorwärtsbewegten. Eine Szene, die mir in meinen Jahren als Hamburger Lokalreporterin oft begegnet ist – die Hansestädter halten zusammen, wenn es kritisch wird.
Der Deutsche Wetterdienst warnt, dass die Glätte auch heute noch anhalten könnte. Anwohnern wird geraten, nur bei dringenden Erledigungen das Haus zu verlassen und rutschfestes Schuhwerk zu tragen. Wie stark wird unsere Infrastruktur eigentlich auf solche Wintereinbrüche vorbereitet? Eine Frage, die nach dieser chaotischen Nacht viele Hamburger beschäftigt.