In Stuttgart kämpfte die Feuerwehr gestern verzweifelt gegen die Flammen in einem Mehrfamilienhaus in der Stadtmitte. Ein 56-jähriger Mann kam dabei ums Leben. Der Brand brach am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen 19:30 Uhr in einer Wohnung im ersten Obergeschoss aus. Nachbarn alarmierten die Rettungskräfte, nachdem sie Rauch im Treppenhaus bemerkt hatten.
Die Einsatzkräfte rückten mit einem Großaufgebot an. «Als wir eintrafen, drang bereits dichter Rauch aus den Fenstern», berichtet Einsatzleiter Michael Reuter. Feuerwehrleute drangen mit Atemschutz in die Wohnung ein und fanden den Bewohner bewusstlos vor. Trotz sofortiger Reanimationsversuche verstarb der Mann noch vor Ort.
Die Flammen hatten sich rasch in der Zweizimmerwohnung ausgebreitet. «Die Hitzeentwicklung war extrem», beschreibt ein beteiligter Feuerwehrmann. Erst nach einer Stunde war der Brand unter Kontrolle. Die Feuerwehr evakuierte vorsorglich alle anderen Hausbewohner, die in einer nahen Sporthalle betreut wurden. Zwei Nachbarn erlitten leichte Rauchvergiftungen.
Noch vor drei Jahren hatte ich über einen ähnlichen Fall in einem Stuttgarter Altbau berichtet. Wie damals zeigt sich auch hier: In der Hektik des Alltags geraten Brandschutzmaßnahmen oft in Vergessenheit – besonders an Feiertagen, wenn Kerzen brennen und die Aufmerksamkeit nachlässt.
Die Brandursache ist noch unklar. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf etwa 100.000 Euro. «Wir werden in den nächsten Tagen weitere Untersuchungen durchführen», erklärt Polizeisprecher Thomas Keller. Die betroffene Wohnung ist unbewohnbar, die übrigen Hausbewohner konnten noch in der Nacht zurückkehren.
Diese Tragödie überschattet die Weihnachtszeit in Stuttgart. Während viele Familien das Fest feierten, endete es für einen Menschen tödlich. Was bleibt, ist die Mahnung: Gerade in der kalten Jahreszeit sollten wir alle wachsamer sein.