In Berlin und Brandenburg herrscht am Dienstagmorgen erneut extreme Glatteisgefahr. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor einer «außergewöhnlichen Wetterlage», die den Verkehr lahmlegen und zu gefährlichen Stürzen führen könnte. Bereits am frühen Morgen wurden zahlreiche Unfälle gemeldet. Im Berliner Stadtteil Marzahn stürzten innerhalb einer Stunde sieben Personen auf spiegelglatten Gehwegen.
«Diese Glätte ist besonders tückisch, weil sie oft erst sichtbar wird, wenn man bereits darauf steht», erklärt Meteorologe Jens Hoffmann vom DWD. Der gefrierende Regen verwandelt Straßen und Wege in regelrechte Rutschbahnen. Besonders betroffen sind die östlichen Stadtteile Berlins sowie der Norden Brandenburgs. Die Feuerwehr verzeichnete seit Mitternacht über 80 Einsätze aufgrund der extremen Glätte.
Die BVG hat ihren Busverkehr teilweise eingestellt, mehrere Linien fahren nur eingeschränkt. «Wir können die Sicherheit der Fahrgäste nicht mehr gewährleisten», sagt BVG-Sprecherin Marion Schulz. Auch auf den Autobahnen A10 und A24 kam es zu zahlreichen Unfällen mit Blechschäden.
Als ich heute Morgen in Friedrichshain unterwegs war, beobachtete ich, wie selbst Streudienste Schwierigkeiten hatten, auf den Beinen zu bleiben. Ein älterer Herr, der seinen Hund ausführte, beschrieb die Situation treffend: «So etwas habe ich seit dem Winter 1987 nicht mehr erlebt.»
Die Wetterlage soll sich laut DWD erst am Nachmittag entspannen, wenn die Temperaturen leicht über null Grad steigen. Bis dahin gilt: Wer kann, sollte zu Hause bleiben. Besonders ältere Menschen und Kinder sind durch Sturzgefahr erheblich gefährdet. Wird der Klimawandel solche Wetterextreme künftig häufiger bringen? Diese Frage beschäftigt nicht nur Experten.