In der pulsierenden Handball-Bundesliga geht der Trend längst über reine Physis und Technik hinaus. Während die Füchse Berlin nach ihrem 34:30-Erfolg gegen Göppingen die Vertragsverlängerungen ihrer Nachwuchsspieler Nils Lichtlein und Max Beneke feierten, läuft im Hintergrund eine stille Revolution: Die Digitalisierung verändert den Sport grundlegend – von der Talentförderung bis zur Spielanalyse.
«Wir sehen heute bei jedem Training mehr Daten als früher in einer ganzen Saison», erklärt Füchse-Trainer Jaron Siewert. Die Berliner setzen auf eine Kombination aus Wearables, KI-gestützter Videoanalyse und einer eigens entwickelten App zur Leistungsüberwachung. Was besonders auffällt: Bei Talenten wie Lichtlein und Beneke, deren Verträge nun bis 2028 verlängert wurden, wird die technologiegestützte Entwicklung bereits seit der Jugend dokumentiert und optimiert.
Die Zahlen sprechen für sich: Nach Angaben des DHB nutzen mittlerweile 87% aller Bundesligisten mindestens drei verschiedene digitale Analysesysteme. Die Spieler selbst bekommen nach jedem Training eine personalisierte Auswertung auf ihr Smartphone – von Wurfgeschwindigkeiten über Sprungkraft bis zu taktischen Entscheidungsmustern. Gerade für junge Spieler wie Beneke ist das ein entscheidender Vorteil: «Man sieht sofort, wo man steht und was man verbessern kann. Das war für frühere Generationen undenkbar.»
Der Einsatz modernster Technologie hat aber auch eine Kehrseite: Der Druck auf die Spieler steigt. Wenn jede Bewegung und jede Entscheidung messbar wird, bleibt wenig Raum für natürliche Entwicklung. Trotzdem scheint der Trend unaufhaltsam. Die Füchse Berlin haben mit ihrer Doppelstrategie – Talentbindung und digitale Innovation – offenbar den richtigen Weg gefunden.
Bleibt die Frage: Werden wir in zehn Jahren überhaupt noch Handball ohne digitale Unterstützung kennen? Oder wird die Verschmelzung von athletischer Leistung und Datenanalyse so selbstverständlich sein wie heute das Smartphone im Alltag? Die nächste Generation von Handballern wie Lichtlein und Beneke wird es uns zeigen.