Die digitale Spielanalyse zeigt schonungslos, was Eishockeyfans in der Dresdner Arena live miterleben mussten: Die Eislöwen hatten am Freitagabend gegen den EHC München keine echte Chance. Mit einem deutlichen 2:5 mussten sich die Sachsen dem Favoriten aus der bayerischen Landeshauptstadt geschlagen geben.
Was zunächst als ausgeglichenes Match begann, entwickelte sich schnell zu einer Machtdemonstration der Münchner. Die Tracking-Daten sprechen eine klare Sprache: In den entscheidenden Spielphasen kontrollierten die Gäste die neutrale Zone mit 73% Puckbesitz – ein Wert, der in der Liga seinesgleichen sucht.
«Die technologische Entwicklung im Eishockey erlaubt uns heute, jede Bewegung auf dem Eis präzise zu analysieren», erklärt Sportdaten-Experte Markus Weber. «Bei München sehen wir eine nahezu perfekte Umsetzung moderner Spielsysteme, während Dresden noch an der Konstanz arbeitet.» Die Daten bestätigen seinen Eindruck: Während die Eislöwen in der Offensivzone nur 18 hochwertige Schussversuche verzeichneten, brachten es die Münchner auf beeindruckende 34.
Besonders bitter für die heimischen Fans: Die Niederlage zeichnete sich bereits früh ab, als der EHC im zweiten Drittel innerhalb von nur viereinhalb Minuten drei Treffer erzielte. Die Eislöwen wirkten in dieser Phase völlig überfordert mit der Geschwindigkeit und präzisen Puckführung der Gäste.
Wird Dresden aus dieser Niederlage die richtigen Schlüsse ziehen? Die kommenden Wochen werden zeigen, ob das Trainerteam die digitalen Analysetools nutzen kann, um die entscheidenden Schwachstellen zu beheben. Denn im modernen Eishockey entscheiden oft kleine Details – und die werden heute präziser denn je erfasst.