In Nordrhein-Westfalen sprießen Cannabis-Clubs wie Pilze aus dem Boden. Aktuell sind bereits 111 Anbauvereinigungen gegründet worden, wie das NRW-Gesundheitsministerium bestätigt. Die ersten Lizenzen könnten schon im Juli erteilt werden. Besonders aktiv: die Großstädte Köln mit 16 Vereinen, dicht gefolgt von Düsseldorf mit 13. Die Cannabis-Legalisierung zeigt damit nur zwei Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes deutliche Wirkung.
Doch der Weg zur eigenen legalen Cannabis-Ernte ist steinig. «Wir haben bereits über 50 Mitglieder, aber die Suche nach geeigneten Anbauflächen gestaltet sich extrem schwierig», berichtet Markus Weber vom Cannabis Social Club Düsseldorf. Vermieter reagieren zurückhaltend, die Anforderungen an Sicherheit und Belüftung sind hoch.
Die Behörden kommen mit den Anträgen kaum hinterher. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums erklärt: «Die Bearbeitung der Anträge erfordert viel Personal. Wir müssen bei jedem Antrag Standort, Sicherheitskonzept und Anbauplan genau prüfen.»
In meinen Gesprächen mit den Club-Gründern spüre ich zwischen Enthusiasmus auch viel Unsicherheit. «Die Regeln sind komplex, und keiner weiß genau, wie streng kontrolliert wird», erzählt mir ein Vereinsvorstand aus Essen, der anonym bleiben möchte.
Auch die Kommunen ringen mit der neuen Situation. Einige Städte wie Bonn haben bereits spezielle Beratungsstellen eingerichtet. Andere, vor allem im ländlichen Raum, sind noch zurückhaltend und warten die ersten Erfahrungen ab.
Die Cannabis-Legalisierung bleibt gesellschaftlich umstritten. Während Befürworter den Schritt als längst überfällig feiern, warnen Mediziner und Suchtexperten vor möglichen Gesundheitsrisiken. Wie sich diese neue Clubkultur entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Klar ist: In NRW wächst eine neue Gemeinschaft heran – mit grünem Daumen und vielen offenen Fragen.