Die Weihnachtszeit geht zu Ende, und in Berliner Wohnzimmern stellt sich nun die alljährliche Frage: Wohin mit dem nadelnden Tannenbaum? Ab dem 10. Januar 2024 beginnt die stadtweite Abholung der ausgedienten Weihnachtsbäume. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) sammelt die Bäume kostenlos ein – eine Tradition, die viele Hauptstädter schätzen. Im vergangenen Jahr wurden rund 350.000 Weihnachtsbäume eingesammelt und anschließend in Biomasse-Kraftwerken zu Energie verwertet.
Die Abholtermine sind bezirksweise gestaffelt und wiederholen sich im 14-tägigen Rhythmus bis Ende Januar. In Charlottenburg-Wilmersdorf beginnt die Sammlung am 10. Januar, während Pankower erst ab dem 12. Januar ihre Bäume bereitstellen können. «Wir bitten die Berliner, ihre Bäume erst am Vorabend oder am Abholtag selbst auf den Gehweg zu legen», erklärt BSR-Sprecherin Sabine Thümler. «So vermeiden wir, dass die Stadt wochenlang wie ein Tannenwald aussieht.»
Wichtig zu wissen: Die Bäume müssen komplett abgeschmückt sein – kein Lametta, keine Kugeln, kein künstlicher Schnee. Als ich vergangenes Jahr in Kreuzberg unterwegs war, sah ich viele Bäume, die noch mit Resten von Weihnachtsschmuck behangen waren. Die BSR-Mitarbeiter müssen diese dann stehen lassen.
Wer seinen Baum selbst entsorgen möchte, kann ihn auch zu einem der 15 BSR-Recyclinghöfe bringen. Einige Berliner haben kreative Alternativen entwickelt. «Ich zerkleinere meinen Baum und nutze ihn als Mulch für meine Gartenpflanzen», erzählt Hobbygärtner Michael Bauer aus Zehlendorf. «Das ist nachhaltig und spart den Transport.»
Nach der Abholung werden die Bäume geschreddert und in Biomasse-Heizkraftwerken verbrannt. So wärmen die Weihnachtssymbole am Ende noch einmal Berliner Wohnungen – ein schöner Gedanke zum Abschluss der Festtage, der zeigt, wie aus Tradition neue Energie entstehen kann.