In Köln/Bonn feiert der drittgrößte deutsche Verkehrsflughafen sein 75-jähriges Bestehen. Was 1950 mit rund 4.400 Fluggästen begann, hat sich zu einem internationalen Drehkreuz entwickelt, das heute jährlich über 12 Millionen Passagiere abfertigt. Der Flughafen beschäftigt direkt und indirekt rund 15.000 Menschen und ist damit einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Region.
«Aus bescheidenen Anfängen ist ein Mobilitätszentrum entstanden, das für den Wirtschaftsstandort unverzichtbar geworden ist», sagt Flughafenchef Thilo Schmid. Der Köln Bonn Airport hatte von Beginn an eine Doppelrolle: Als ziviler Flughafen und als wichtiger NATO-Luftwaffenstützpunkt während des Kalten Krieges.
Besonders die 1980er Jahre brachten den Durchbruch. Mit der Ansiedlung von Unternehmen wie UPS und später DHL entwickelte sich der Standort zum zweitgrößten Frachtflughafen Deutschlands. «Köln/Bonn hat sich seine eigene Nische erobert», erklärt Luftfahrtexperte Heinrich Weber. «Als ich in den 90ern erstmals hierher kam, war schon damals die Effizienz beeindruckend.»
Die Nähe zu den Ballungsräumen Köln und Bonn bringt nicht nur Vorteile. Anwohnerinitiativen kritisieren seit Jahren die Lärmbelastung durch Nachtflüge. Flughafensprecher Alexander Weise betont: «Wir investieren kontinuierlich in Lärmschutzmaßnahmen und den Dialog mit unseren Nachbarn.»
Für die Zukunft plant der Flughafen massive Investitionen in die Nachhaltigkeit. Bis 2035 will man klimaneutral werden. Eine Herausforderung, die symptomatisch für die gesamte Branche ist: Wie lässt sich Mobilität mit Klimaschutz vereinbaren? Die Antwort darauf könnte entscheidend sein für die nächsten 75 Jahre des Köln Bonn Airports.