Es ist Sonntagnachmittag am Mainufer. Menschen jeden Alters drücken sich an Metallstangen nach oben, dehnen ihre Muskeln an hölzernen Konstruktionen, während andere auf dem angrenzenden Rasen Yoga praktizieren. Was früher Trimm-Dich-Pfad hieß, erlebt in Frankfurt eine Renaissance – als kostenlose Alternative zum teuren Fitnessstudio.
«Die Nutzung unserer Outdoor-Fitnessanlagen hat seit der Pandemie um etwa 40 Prozent zugenommen», erklärt Kathrin Weber vom Frankfurter Grünflächenamt. Besonders beliebt ist der Calisthenics-Park am Ostpark, wo sich vorwiegend jüngere Sportler treffen. Hier kann man an verschiedenen Geräten mit dem eigenen Körpergewicht trainieren.
Als ich an einem warmen Dienstagabend dort vorbeischaue, treffe ich Martin (34), der gerade mit beeindruckender Leichtigkeit Klimmzüge absolviert. «Ich spare mir die 70 Euro Studiobeitrag im Monat und trainiere hier – bei jedem Wetter», sagt er lachend.
Weniger bekannt, aber besonders idyllisch ist die Anlage im Niddapark. Zwischen alten Bäumen versteckt bietet sie neben den üblichen Geräten auch spezielle Stationen für Senioren. Eine ältere Dame mit grauen Locken zeigt mir stolz, wie sie an einer drehbaren Scheibe ihre Handgelenke trainiert: «Seit ich hierher komme, ist meine Arthritis viel besser geworden.»
Im Süden der Stadt lockt der Waldspielpark Louisa mit einer kürzlich renovierten Anlage. Besonders morgens und am frühen Abend trifft sich hier eine bunte Gemeinschaft – vom Banker in der Mittagspause bis zur jungen Mutter mit Kinderwagen.
Die Frankfurter Outdoor-Fitnessszene verbindet Sport, Natur und soziales Miteinander. In Zeiten steigender Preise und wachsendem Gesundheitsbewusstsein bietet sie eine Chance für alle, unabhängig vom Geldbeutel fit zu bleiben. Vielleicht liegt die Zukunft des Trainings nicht in klimatisierten Studios, sondern unter freiem Himmel – mitten in der Stadt.