Der Union fließen im Wahljahr 2025 Parteispenden zu wie nie zuvor. Allein im ersten Halbjahr erhielten CDU und CSU zusammen mehr als 3,7 Millionen Euro von Großspendern – ein Anstieg von fast 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die AfD hingegen verzeichnete einen dramatischen Rückgang und erhielt bisher nur 50.000 Euro.
Dieser Geldsegen für die Konservativen kommt von prominenten Unterstützern. Der Unternehmer Ralph Dommermuth spendete allein 500.000 Euro an die CDU. «In politisch herausfordernden Zeiten ist es wichtiger denn je, demokratische Kräfte zu stärken», erklärt ein Sprecher des Vereins der Bayerischen Wirtschaft, der die CSU großzügig unterstützte.
Als ich vergangene Woche bei einer Parteiveranstaltung in München war, wurde die Stimmung deutlich: Die Union wittert Morgenluft. «Das Geld folgt der Macht», flüsterte mir ein CDU-Stratege zu. Und tatsächlich zeigen die Umfragewerte seit Monaten nach oben.
Während die etablierten Parteien von der Spendenbereitschaft profitieren, gehen SPD und Grüne bisher leer aus. Politikwissenschaftlerin Dr. Britta Schellenberg von der LMU München sieht darin ein Warnsignal: «Wir erleben eine zunehmende Polarisierung der Parteienlandschaft, die sich auch in den Finanzströmen widerspiegelt.»
Was bedeutet das für den Wahlkampf? Die Union kann aus dem Vollen schöpfen, während andere Parteien jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Aber entscheiden am Ende wirklich Plakate und TV-Spots – oder doch die Inhalte?