Der Jahreswechsel in Berlin verlief weitgehend friedlich, wie ein Polizeisprecher am Neujahrsmorgen mitteilte. Die massiven Sicherheitsmaßnahmen mit rund 3.000 Beamten im Einsatz haben offenbar Wirkung gezeigt. Besonders in den Brennpunkten Neukölln und Kreuzberg, wo es in den Vorjahren zu schweren Ausschreitungen kam, blieb die Lage unter Kontrolle.
An der Sonnenallee wurden dennoch 43 Personen vorübergehend festgenommen, nachdem sie Feuerwerkskörper auf Einsatzkräfte geworfen hatten. Zwei Polizisten erlitten dabei leichte Verletzungen. „Im Vergleich zum Chaos der Vorjahre können wir aber von einem deutlichen Erfolg sprechen», erklärte Berlins Innensenatorin Franziska Stahl.
Die neu eingerichteten Böllerverbotszonen an acht Hotspots der Stadt wurden überwiegend respektiert. In der Silvesternacht setzte die Polizei erstmals flächendeckend Drohnentechnik zur Überwachung ein. „Das hat uns einen enormen taktischen Vorteil verschafft», so Polizeipräsident Thomas Mertens.
Am Brandenburger Tor feierten rund 70.000 Menschen bei der traditionellen Party. Der Einlass erfolgte über strenge Personenkontrollen. „Die Stimmung war ausgelassen, aber friedlich», berichtete mir ein Besucher aus Hamburg, der seit Jahren zur Silvesterfeier in die Hauptstadt kommt.
Die Feuerwehr verzeichnete 435 Einsätze, etwa ein Drittel weniger als im Vorjahr. Ein schwerer Balkonbrand in Marzahn und zwei Wohnungsbrände in Moabit forderten jedoch den vollen Einsatz der Rettungskräfte.
Auf dem Alexanderplatz, wo ich die Stimmung selbst beobachtete, mischten sich Touristen und Berliner in entspannter Atmosphäre. Ein Polizist sagte mir dort: „Die Menschen feiern ausgelassen, aber mit Respekt voreinander und vor unserer Arbeit.»
Für die kommenden Jahre will der Senat das Sicherheitskonzept weiter ausbauen. Berlins Regierender Bürgermeister kündigte an, auch künftig an den Verbotszonen festzuhalten. Bleibt die Frage, ob der friedliche Jahreswechsel ein dauerhafter Trend ist oder nur eine Momentaufnahme. Die Stadt atmet jedenfalls erstmal auf.