Die Frankfurter Feuerwehr rückte im letzten Jahr 252 Mal zu Silvestereinsätzen aus – mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Nach den bundesweiten Ausschreitungen bereitet sich die Mainmetropole nun mit einem umfassenden Sicherheitskonzept auf die kommende Jahreswende vor. Das Ordnungsamt lässt vorsorglich Mülltonnen leeren und Sperrmüll entfernen, der als Brandmaterial missbraucht werden könnte.
«Wir nehmen die Erfahrungen aus dem letzten Jahr sehr ernst«, erklärt Frankfurts Ordnungsdezernentin Annette Rinn. Neben den präventiven Maßnahmen zur Müllbeseitigung wird die Polizei ihre Präsenz in bekannten Brennpunkten deutlich verstärken. Im Fokus stehen der Mainkai, die Zeil und das Bahnhofsviertel, wo es vergangenes Jahr zu Angriffen auf Einsatzkräfte kam.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Schutz der Rettungsdienste. Als ich vergangene Woche mit Feuerwehrleuten sprach, war die Anspannung spürbar. «Eigentlich sollten wir uns um Menschen in Not kümmern, nicht um unsere eigene Sicherheit», sagte mir ein Feuerwehrmann, der anonym bleiben wollte.
Die Stadt setzt auch auf die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger. In Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen werden Gespräche in den Stadtteilen geführt, um für gegenseitigen Respekt zu werben. Ob diese Maßnahmen greifen werden, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Die Vorfreude auf ein unbeschwertes Feuerwerk ist einer neuen Wachsamkeit gewichen.