Rund um Elbe und Alster wurden die Sektkorken knallen gelassen. Trotz anfänglicher Regenschauer feierten zehntausende Menschen auf den Straßen und Plätzen Hamburgs in das neue Jahr. Besonders vor der Binnenalster versammelten sich gegen Mitternacht die Massen, um das traditionelle Feuerwerk zu bestaunen. Etwa 50.000 Menschen waren allein im Innenstadtbereich unterwegs, schätzt die Polizei.
Die Nacht verlief weitgehend friedlich, obwohl die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun hatten. «Wir haben mit verstärkter Präsenz auf die besonderen Herausforderungen der Silvesternacht reagiert», erklärt Polizeisprecher Jan Müller. In Hamburg wurden 120 Personen in Gewahrsam genommen, meist wegen kleinerer Vergehen wie dem unerlaubten Abbrennen von Feuerwerk in Verbotszonen.
In Schleswig-Holstein feierten die Menschen ebenso ausgelassen. Besonders die Küstenorte an Nord- und Ostsee waren beliebte Anlaufpunkte. In Kiel versammelten sich tausende am Hafen, um bei milden Temperaturen anzustoßen. «Nach dem verregneten Tag klarte es rechtzeitig auf. Ein versöhnlicher Abschluss für 2023», berichtet eine Anwohnerin.
Auf Sylt wurde es besonders glamourös. Die Insulaner und zahlreiche Gäste feierten in den noblen Clubs und Restaurants. Ich erinnere mich noch gut an eine Silvesterreportage vor fünf Jahren auf der Insel – damals wie heute ist die Mischung aus Champagner und Nordseeluft für viele ein besonderes Erlebnis zum Jahreswechsel.
Nicht überall lief alles glatt. In Flensburg wurden mehrere Rettungskräfte bei Einsätzen behindert und verbal angegriffen. «Diese Vorfälle nehmen wir sehr ernst», betont Landrat Florian Lorenzen. Die Behörden haben entsprechende Ermittlungen eingeleitet.
Das neue Jahr startete im Norden mit typisch norddeutschem Schmuddelwetter. Doch die Stimmung bleibt optimistisch. «Nach dem Feuerwerk ist vor dem Frühjahr», schmunzelt ein Hamburger Fischer am Jungfernstieg. Und während die Reinigungskräfte die letzten Spuren der Neujahrsnacht beseitigen, macht sich der Norden bereit für 2024. Mit norddeutscher Gelassenheit und der Hoffnung auf ein gutes neues Jahr.