Die Autobahn A6 zwischen Sinsheim und Wiesloch ist seit den frühen Morgenstunden komplett gesperrt. Ein Tanklastwagen kippte gegen 4:30 Uhr auf regennasser Fahrbahn um und blockiert alle Fahrspuren in Richtung Frankfurt. Augenzeugen berichten von einer langen Ölspur und mehreren beschädigten Fahrzeugen. Das Technische Hilfswerk rechnet mit einer Sperrung bis in die Nachmittagsstunden. Derzeit staut sich der Verkehr auf über acht Kilometer.
«An eine schnelle Räumung ist nicht zu denken», erklärt Einsatzleiter Michael Weber vor Ort. Der Tankwagen muss erst entleert werden, bevor die Bergung beginnen kann. Glücklicherweise wurde niemand schwer verletzt, der Fahrer des Lkw kam mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Die Polizei bittet, den Bereich weiträumig zu umfahren.
Als ich gestern Abend noch durch Baden-Württemberg fuhr, war bereits zu erahnen, dass die Wetterlage heikel wird. Die Nässe auf den Straßen hatte bei sinkenden Temperaturen für rutschige Verhältnisse gesorgt. Die Umleitung führt nun über die B39, die jedoch ebenfalls an ihre Kapazitätsgrenzen stößt. In den umliegenden Ortschaften Hoffenheim und Waibstadt herrscht Ausnahmezustand.
Pendler aus der Region sind frustriert. «Das ist schon der dritte Großunfall auf dieser Strecke in diesem Jahr», sagt Anwohnerin Clara Schmidt. Der ADAC empfiehlt, wenn möglich, auf Homeoffice umzusteigen oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
Die Häufung schwerer Unfälle auf diesem Abschnitt wirft Fragen auf. Erst im November forderten Kommunalpolitiker bessere Sicherheitskonzepte für die stark befahrene Strecke. Heute zeigt sich wieder: Die A6 bleibt ein Nadelöhr im deutschen Fernverkehr.