In München hinterließ die Silvesternacht bei der Polizei deutliche Spuren: Über 600 Einsätze verzeichneten die Beamtinnen und Beamten beim Jahreswechsel. Besonders im Bereich der Freiheitsstraße und am Marienplatz mussten die Einsatzkräfte mehrfach eingreifen. Allein 53 Menschen wurden in Gewahrsam genommen – ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als es 43 waren.
Die Münchner feierten größtenteils friedlich, doch gab es auch ernste Zwischenfälle. Insgesamt wurden 20 Polizisten verletzt, fünf davon so schwer, dass sie ihren Dienst nicht fortsetzen konnten. «Wir sehen leider eine zunehmende Respektlosigkeit gegenüber unseren Einsatzkräften», erklärt Polizeisprecher Werner Schmidt.
In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich eine besorgniserregende Entwicklung beobachtet: Die Hemmschwelle, Uniformierte anzugreifen, sinkt kontinuierlich. In der Innenstadt zündeten mehrere Personen trotz Verbots Feuerwerkskörper und warfen diese teilweise gezielt auf andere Menschen.
Ein besonders schwerer Fall ereignete sich am Karlsplatz, wo ein 25-Jähriger einen Böller in eine Menschengruppe warf und drei Personen verletzte. Die Feuerwehr München rückte zu 77 Bränden aus, meist verursacht durch fehlgeleitete Raketen oder Böller. Ein Balkonbrand im Westend verursachte 50.000 Euro Schaden.
Diese Silvesternacht reiht sich ein in einen bundesweiten Trend: Mehr Einsätze, mehr Verletzte. Bleibt die Frage, ob strengere Kontrollen, mehr Böllerverbotszonen oder andere Präventionsmaßnahmen für die Zukunft nötig sind. Was meinen Sie: Braucht München ein umfassenderes Feuerwerksverbot in der Innenstadt?