Als ich in der Silvesternacht durch Düsseldorf lief, spürte man die Anspannung der Einsatzkräfte förmlich. Nach den Ausschreitungen vergangener Jahre hatte die Polizei NRW ihre Präsenz massiv verstärkt. Die vorläufige Bilanz zeigt nun: Mit 783 Einsätzen im Zusammenhang mit Silvesterfeierlichkeiten blieb die Lage weitgehend unter Kontrolle, aber nicht ohne Zwischenfälle. Allein in Köln wurden 57 Personen in Gewahrsam genommen.
Die Angriffe auf Einsatzkräfte haben im Vergleich zum Vorjahr um etwa 20 Prozent abgenommen. Doch für Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, ist das kein Grund zur Entwarnung: «Jeder Angriff auf Menschen, die anderen helfen wollen, ist einer zu viel.» Die verstärkten Kontrollen in den Brennpunktbereichen haben offenbar Wirkung gezeigt.
Besonders in Dortmund und Duisburg kam es dennoch zu brenzligen Situationen. In einer Hochhaussiedlung am Dortmunder Nordrand wurden Feuerwehrleute mit Böllern beworfen, als sie einen Containerbrand löschen wollten. «Wir mussten zeitweise den Rückzug antreten, bis die Polizei die Lage sichern konnte», berichtet Einsatzleiter Michael Förster.
Bemerkenswert ist die Entwicklung bei illegalen Feuerwerkskörpern. Die Beschlagnahmungen sind laut Zoll um 45 Prozent gestiegen – ein Erfolg verschärfter Kontrollen im Vorfeld. Viele der sichergestellten Böller stammten aus Polen und den Niederlanden.
Was mich bei meiner Berichterstattung vor Ort überraschte: Die Akzeptanz der Böllerverbotszonen in den Innenstädten war deutlich höher als erwartet. «Die Menschen haben größtenteils eingesehen, dass diese Maßnahmen notwendig sind», sagt Polizeisprecherin Jutta Schütte aus Köln.
Die Diskussion um ein generelles Böllerverbot wird nach dieser Nacht weitergehen. Während die Einsatzkräfte aufatmen, bleibt die Frage: Brauchen wir künftig noch mehr Einschränkungen oder haben die gezielten Maßnahmen ausreichend gewirkt? Für unsere Städte in NRW wird diese Debatte die kommenden Monate prägen.