Der Jahreswechsel 2023/2024 hinterließ in Deutschland eine traurige Bilanz: Elf Menschen verloren in Zusammenhang mit den Silvesterfeierlichkeiten ihr Leben. In Koblenz und Berlin kamen mehrere Menschen durch Wohnungsbrände ums Leben, während in anderen Regionen tödliche Unfälle mit Feuerwerkskörpern zu beklagen waren. Das neue Jahr begann für viele Familien mit Trauer statt Hoffnung.
In Koblenz forderte ein Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus vier Todesopfer. Zwei Kinder im Alter von zwei und vier Jahren sowie zwei Erwachsene konnten nicht mehr gerettet werden. Die Feuerwehr fand sie leblos in der ausgebrannten Wohnung. Ein Sprecher der Polizei beschrieb den Einsatz als «besonders belastend für alle Rettungskräfte, vor allem wegen der toten Kinder».
In Berlin starben drei Menschen bei einem Feuer in einem Seniorenheim. Eine 93-jährige Bewohnerin hatte offenbar einen Adventskranz in Brand gesetzt, dessen Flammen sich schnell ausbreiteten. In Halle (Saale) erlitt ein 20-Jähriger beim Hantieren mit Pyrotechnik tödliche Verletzungen.
Besonders erschütternd war der Fall eines 18-Jährigen in Hamburg, der nach einer Auseinandersetzung niedergestochen wurde und im Krankenhaus verstarb. In Schönebeck (Sachsen-Anhalt) und im niedersächsischen Dorf Weenzen verloren zwei weitere Menschen durch Feuerwerksunfälle ihr Leben.
Während meiner Recherchen in der Notaufnahme eines Hamburger Krankenhauses am Neujahrsmorgen traf ich auf erschöpfte Ärzte. «Jedes Jahr hoffen wir, dass es ruhiger wird – und jedes Jahr werden wir eines Besseren belehrt«, sagte mir eine Notärztin nach ihrer 16-Stunden-Schicht.
Diese Tragödien werfen erneut Fragen zur Sicherheit von Silvesterfeuerwerk und zum verantwortungsvollen Umgang mit Pyrotechnik auf. Sie erinnern uns daran, dass hinter jeder statistischen Zahl ein Mensch steht – und eine Familie, die das neue Jahr nun in Trauer beginnen muss. Wird die Politik nach diesen Vorfällen strengere Regulierungen erwägen? Die Debatte dürfte in den kommenden Wochen Fahrt aufnehmen.