In Oberstdorf hat sich ein tragischer Bergunfall am ersten Tag des neuen Jahres ereignet. Ein 43-jähriger Mann aus dem bayerischen Pfaffenhofen an der Ilm stürzte auf dem Weg zur Enzianhütte rund 100 Meter in die Tiefe. Laut Bergwacht Oberstdorf war der Wanderer am Neujahrsmorgen allein unterwegs, als er gegen 10 Uhr auf dem verschneiten und vereisten Weg ausrutschte und im steilen Gelände abstürzte.
Der Unglücksort liegt auf etwa 1.400 Metern Höhe im Bereich der Seealpe. Andere Wanderer wurden Zeugen des Unfalls und setzten sofort einen Notruf ab. Ein Rettungshubschrauber brachte Einsatzkräfte der Bergwacht zur Unglücksstelle. Trotz schneller Hilfe konnten die Rettungskräfte nur noch den Tod des Mannes feststellen.
«Die Wetterbedingungen waren tückisch. Unterhalb der Schneedecke hatte sich Eis gebildet, das nicht sofort erkennbar war», erklärt Josef Titscher von der Bergwacht Oberstdorf. Die Bergung gestaltete sich aufgrund des steilen und unwegsamen Geländes besonders schwierig.
In meinen zwanzig Jahren Berichterstattung aus den Alpen habe ich immer wieder erlebt, wie schnell winterliche Bergtouren zur Gefahr werden können – besonders zu Jahresbeginn, wenn viele Menschen die Feiertage für Ausflüge nutzen. Der Alpinexperte Michael Baumann warnt: «Besonders nach Temperaturschwankungen, wie wir sie derzeit haben, entstehen gefährliche Glätte-Situationen in mittleren Höhenlagen.»
Die Polizei hat Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen. Der Vorfall verdeutlicht erneut, dass winterliche Bergwanderungen gründliche Vorbereitung und entsprechende Ausrüstung erfordern. Was bleibt, ist die Frage, ob bessere Warnhinweise oder vorausschauende Wetterbeobachtung solche Unglücke verhindern könnten. Für die Familie des Verstorbenen beginnt das neue Jahr mit einer unfassbaren Tragödie.