Die unglaubliche Geschichte einer falschen Lehrerin beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft Heidelberg. Eine 39-jährige Frau hat sich offenbar ohne jede pädagogische Qualifikation an verschiedenen Schulen in Hessen und Baden-Württemberg als Lehrerin ausgegeben. Dabei unterrichtete sie monatelang Hunderte Schüler, bevor der Betrug aufflog. Nach Angaben der Ermittler soll sie durch gefälschte Dokumente einen Schaden von über 37.000 Euro verursacht haben.
Die mutmaßliche Betrügerin begann ihre «Karriere» an einer Privatschule in Südhessen, bevor sie an einer Mannheimer Schule landete. Mit gefälschten Zeugnissen und Referenzschreiben überzeugte sie die Schulen von ihrer angeblichen Qualifikation als Gymnasiallehrerin. «So etwas habe ich in meinen 18 Jahren als Journalistin noch nicht erlebt», muss ich gestehen. Besonders beunruhigend: Die Frau unterrichtete monatelang unbemerkt, obwohl sie keinerlei Lehramtsstudium absolviert hatte.
Eine ehemalige Kollegin der Beschuldigten berichtet: «Sie wirkte immer sehr selbstsicher und kompetent. Niemand hatte den geringsten Verdacht.» Die Behörden wurden erst aufmerksam, als bei einer routinemäßigen Überprüfung Unstimmigkeiten in ihren Unterlagen auffielen. Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage wegen Urkundenfälschung und Betrugs erhoben.
Für die betroffenen Schulen ist der Fall peinlich. In Baden-Württemberg werden Lehrkräfte eigentlich streng geprüft, bevor sie eingestellt werden. Dieser Fall zeigt aber erschreckende Lücken im System. Für die Schülerinnen und Schüler bleibt die Frage: Was bedeutet das für die Noten, die die falsche Lehrerin vergeben hat? Die Bildungsbehörden müssen nun Antworten finden – und vor allem dafür sorgen, dass so etwas nicht wieder passieren kann.