Manchmal entscheiden im Eishockey nicht nur Technik und Taktik, sondern pure Willenskraft. Das bewies der EHC Red Bull München am Wochenende eindrucksvoll mit einem hart erkämpften Sieg gegen die Iserlohn Roosters. Beim Stand von 2:2 in der Schlussphase war es ein «Tor des Willens«, das die Entscheidung brachte und die Münchner Fans in der ausverkauften SAP Arena jubeln ließ.
«In solchen engen Spielen geht es darum, wer bereit ist, den letzten Meter mehr zu gehen», erklärte EHC-Trainer Don Jackson nach der Partie. Genau diese Extra-Anstrengung zeigte Stürmer Trevor Parkes, als er sich in der 58. Minute durch die Abwehr der Roosters kämpfte und den Puck irgendwie über die Linie drückte. Die Videobilder zeigen, wie Parkes buchstäblich mit allen Mitteln kämpft – ein Treffer, der mehr von Kampfgeist als von spielerischer Finesse zeugt.
Die Münchner brauchten diesen Erfolg dringend. Nach zwei Niederlagen in Folge und dem Abrutschen auf Tabellenplatz vier stand das Team unter Druck. Besonders die Defensive wackelte zuletzt bedenklich, ließ im Schnitt über drei Gegentore pro Spiel zu. «Wir haben heute endlich wieder die Defensivarbeit gezeigt, die uns stark macht», sagte Kapitän Patrick Hager. «Jeder hat geblockt, jeder hat nachgebackt.»
Interessant war auch die Leistung von Torhüter Mathias Niederberger, der nach wechselhaften Wochen mit einer Fangquote von 92,3 Prozent glänzte. Die digitalen Analysetools des EHC zeigen mittlerweile in Echtzeit, wie sich Torwartleistungen entwickeln – ein Bereich, in dem die Münchner technologisch führend in der DEL sind.
Bleibt die Frage, ob dieser Arbeitssieg der Wendepunkt für die Red Bulls sein kann. Die nächsten Wochen mit dem Derby gegen Augsburg und dem Spitzenspiel gegen Berlin werden zeigen, ob die Münchner wieder zur alten Stärke zurückgefunden haben. Eins ist sicher: Mit solchem Kampfgeist werden sie schwer zu schlagen sein.