Der Schnee hat Stuttgart über Nacht in ein Wintermärchen verwandelt. Während die meisten Stuttgarterinnen und Stuttgarter noch schliefen, legte sich eine weiße Decke über die Stadt. Am frühen Morgen waren es bereits fünf Zentimeter, die Dächer, Straßen und Fahrzeuge bedeckten. Der Deutsche Wetterdienst hatte die weiße Pracht angekündigt, doch mit solch ergiebigem Schneefall hatten wohl die wenigsten gerechnet.
Die städtischen Räumdienste sind seit den frühen Morgenstunden im Dauereinsatz. «Wir haben alle verfügbaren Fahrzeuge und Mitarbeiter mobilisiert», erklärt Thomas Weber, Leiter der Stuttgarter Straßenreinigung. Besonders im Talkessel und auf den Höhenlagen wie in Degerloch oder auf dem Killesberg gestaltet sich die Situation herausfordernd. Der ÖPNV meldet Verspätungen auf fast allen Linien, manche Busse können steilere Strecken gar nicht befahren.
Für die Schulkinder bedeutet der Wintereinbruch eine besondere Freude. Auf dem Schulhof der Lerchenrainschule entdeckte ich heute Morgen eine Gruppe Kinder, die begeistert Schneemänner bauten – noch vor dem ersten Unterricht. «So viel Schnee hatten wir schon lange nicht mehr», strahlt die zehnjährige Emma, während sie einen besonders großen Schneeball formt.
Die Polizei Stuttgart verzeichnete bis 9 Uhr bereits 27 witterungsbedingte Unfälle, glücklicherweise meist mit Blechschäden. «Wer nicht unbedingt mit dem Auto fahren muss, sollte es heute stehen lassen», rät Polizeisprecher Martin Schröder. Die Wetterlage soll sich laut Prognosen erst am Nachmittag entspannen.
Während viele über Verkehrsprobleme stöhnen, zaubert der Schnee der Stadt ein malerisches Gesicht. Der weiße Schlossplatz, verschneite Weinberge und der glitzernde Schlossgarten bieten ein seltenes Winterbild im sonst eher milden Stuttgart. Die Frage ist nur: Wie lange bleibt uns der weiße Zauber erhalten?