Die Ruhrbahn stellt in Essen die Buslinie 191 nach einem gescheiterten Pilotprojekt komplett ein. Seit April 2023 fuhr der kleine Elektrobus auf der 5,7 Kilometer langen Strecke zwischen den Essener Stadtteilen Frillendorf und Stoppenberg. Doch die Nachfrage blieb mit durchschnittlich nur vier Fahrgästen pro Fahrt weit hinter den Erwartungen zurück.
«Die Auslastung war einfach zu gering», erklärt Ruhrbahn-Sprecherin Saskia Mrozek. «Wir hatten gehofft, dass die Verbindung besser angenommen wird, aber die Zahlen sprechen eine klare Sprache.» Die Gesamtkosten für den Betrieb der Linie beliefen sich auf 300.000 Euro jährlich – bei so wenigen Nutzern ein wirtschaftlich unhaltbarer Zustand.
Als ich vergangene Woche selbst mit der Linie 191 unterwegs war, saß ich allein mit dem Fahrer im Bus. Eine ältere Dame stieg in Stoppenberg zu und berichtete: «Ich werde die Linie vermissen. Für mich war sie praktisch, um zum Arzt zu kommen.»
Die Buslinie war Teil eines Mobilitätskonzepts, das auch weniger dicht besiedelte Gebiete erschließen sollte. Nach gründlicher Analyse entschied die Ruhrbahn, dass alternative Verkehrsmittel sinnvoller sind. «Wir prüfen jetzt, ob ein On-Demand-Angebot für dieses Gebiet besser geeignet wäre», sagt Mrozek.
Für die Anwohner bedeutet das zunächst längere Wege zu anderen Haltestellen. Ob und wann ein Ersatzangebot kommt, ist offen. Die Diskussion zeigt einmal mehr: Nicht jedes gut gemeinte Mobilitätskonzept funktioniert in der Praxis. Manchmal muss man den Mut haben, einen anderen Weg zu gehen.