In Berlin sorgt ein großflächiger Stromausfall seit gestern Abend für erhebliche Probleme. Nach anfänglichen Störungen im Norden der Hauptstadt weitete sich das Chaos heute Morgen aus: Ein wichtiges Stellwerk der Deutschen Bahn fiel aus, was den Zugverkehr am Hauptbahnhof teilweise zum Erliegen brachte. Tausende Reisende strandeten. Laut Vattenfall waren zeitweise über 15.000 Haushalte ohne Elektrizität.
Die Ursache liegt offenbar bei einem beschädigten Hauptkabel im Bezirk Reinickendorf. Techniker arbeiten seit der Nacht an der Reparatur, doch die Komplexität der Schadensstelle erschwert die Arbeiten erheblich. «Wir rechnen mit einer vollständigen Wiederherstellung erst am späten Nachmittag», erklärte ein Vattenfall-Sprecher gegenüber Reportern vor Ort.
Am Hauptbahnhof herrschte heute Morgen ein Bild der Ratlosigkeit. Pendlerin Marie Schulz berichtete mir: «Ich komme seit drei Stunden nicht zur Arbeit. Die Anzeigetafeln sind ausgefallen und niemand weiß Bescheid.» Besonders betroffen sind Verbindungen Richtung Hamburg und München.
In den sozialen Medien teilten viele Berliner ihre Erlebnisse der Nacht ohne Strom. Kreative Lösungen wie Kerzenlicht-Dinner oder improvisierte Nachbarschaftshilfen zeigten einmal mehr: In Krisen rücken die Menschen zusammen.
Die Störung erinnert an ähnliche Vorfälle in Hamburg vor zwei Jahren, als ein Kabelbrand tagelange Probleme verursachte. Für die Hauptstadt ist dieser massive Ausfall jedoch ungewöhnlich. Experten fordern nun eine Überprüfung der kritischen Infrastruktur. Die Frage bleibt: Wie anfällig ist unsere hochvernetzte Welt tatsächlich für solche Störungen? Die Antwort erleben gerade tausende Berliner am eigenen Leib.