Die schweren Unwetter in Thüringen haben ganze Landstriche in Ausnahmezustand versetzt. Besonders im Landkreis Greiz kämpfen die Menschen mit den Folgen der heftigen Regenfälle vom Wochenende. In Berga stehen weite Teile der Stadt unter Wasser, mehrere hundert Haushalte sind ohne Strom, wie die lokalen Behörden mitteilen.
Als ich heute Morgen mit dem Auto durch den Saale-Orla-Kreis fuhr, sah ich überall Feuerwehrleute im Dauereinsatz – ein Bild, das ich aus meinen Jahren als Lokaljournalistin in Thüringen nur zu gut kenne. Die Weißen Elster und zahlreiche kleinere Flüsse sind über die Ufer getreten, Keller vollgelaufen.
«Die Lage ist ernst, aber wir haben sie unter Kontrolle», versichert Landrätin Martina Schweinsburg im Gespräch mit dem MDR. Besonders besorgt zeigt sie sich über die beschädigte Infrastruktur. In einigen Orten wurden Straßen unterspült, der Bahnverkehr zwischen Gera und Greiz ist unterbrochen.
Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist beeindruckend. In sozialen Netzwerken organisieren sich Freiwillige, um beim Sandsackfüllen zu helfen. «Wir stehen zusammen, das zeichnet uns Thüringer aus», sagt Feuerwehrmann Thomas Weber aus Zeulenroda.
Unterdessen sorgt auch das für heute Abend angesetzte Thüringenderby zwischen Carl Zeiss Jena und Rot-Weiß Erfurt für Diskussionen. Trotz der angespannten Wetterlage soll das Spiel wie geplant stattfinden.
Die Wetterprognosen geben vorsichtigen Anlass zur Hoffnung: Ab morgen soll der Regen nachlassen. Doch bis die Aufräumarbeiten abgeschlossen sind, werden noch Wochen vergehen. Die Frage, wie wir uns künftig besser gegen solche Extremwetterereignisse wappnen können, wird uns noch lange beschäftigen.