Der Winterdienst in Hamburg kommt dieser Tage kaum zur Ruhe. Seit Montag sind täglich bis zu 840 Mitarbeiter mit 350 Fahrzeugen im Einsatz, um Hamburgs Straßen und Wege von Schnee und Eis zu befreien. Nach Angaben der Stadtreinigung wurden bereits über 1.600 Tonnen Streusalz verbraucht – und die Wetterlage bleibt kritisch.
«So einen anhaltenden Wintereinsatz hatten wir seit Jahren nicht mehr», sagt Einsatzleiter Frank Reimer, während er auf seinem Tablet die nächsten Routen plant. Die Temperaturen liegen beständig unter dem Gefrierpunkt, was besonders auf den Nebenstraßen für gefährliche Glätte sorgt.
Der Schwerpunkt der Räumarbeiten liegt auf Hauptverkehrsstraßen und wichtigen Buslinien. «Erst wenn die sicher sind, kommen wir in die Wohngebiete», erklärt Reimer. Dies führt zu Unmut bei vielen Hamburgern. «Ich muss jeden Morgen zur Arbeit und rutsehe mehr, als dass ich gehe», beklagt Anwohnerin Sabine Korte aus Barmbek.
In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich selten so viele Beschwerden über Winterglättesituationen erhalten wie in dieser Woche. Besonders betroffen: ältere Menschen und Eltern mit Kinderwagen.
Die Stadtreinigung bittet um Verständnis und erinnert Hausbesitzer an ihre Räumpflicht für Gehwege. «Wir arbeiten rund um die Uhr, aber können nicht überall gleichzeitig sein», so Sprecher Andree Möller. Die Wetterdienste prognostizieren mindestens bis zum Wochenende Dauerfrost.
Für Hamburg bedeutet das: Der Winter hält die Stadt weiter im Griff. Die Einsatzkräfte bleiben in Bereitschaft – und die Hamburger tun gut daran, ihre Winterstiefel noch nicht wegzuräumen. Oder wie wir im Norden sagen: «Dat is noch lang nich vörbi.»