Die Sächsische Dampfschifffahrt feiert in diesem Jahr ihr 190-jähriges Bestehen – und ganz Dresden feiert mit. Seit 1834 prägen die weißen «Dampfer» das Elbpanorama und haben sich zu einem Wahrzeichen der Stadt entwickelt. Heute, bei strahlendem Sonnenschein, starteten die Jubiläumsfeierlichkeiten mit einer historischen Flottenparade unterhalb der Carolabrücke. Neun historische Raddampfer, angeführt vom ältesten noch fahrenden Schaufelraddampfer der Welt, der «Diesbar» aus dem Jahr 1884, zogen an hunderten Schaulustigen vorbei.
«Unsere Dampfschiffe sind ein lebendiges Kulturgut, das Generationen verbindet», sagt Michael Lohnherr, Geschäftsführer der Sächsischen Dampfschifffahrt, während er auf dem Oberdeck der «Pillnitz» steht. «Was vor 190 Jahren als wirtschaftliche Notwendigkeit begann, ist heute ein Symbol für Sachsens Ingenieurskunst und Lebensfreude.»
In den vergangenen Jahren hatte das traditionsreiche Unternehmen mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Insolvenz 2020 und die Pandemie brachten die Flotte fast zum Stillstand. Doch die Dresdner ließen ihre Dampfer nicht im Stich. Ich erinnere mich noch gut an die Rettungskampagne, als Tausende Einheimische demonstrierten und Spenden sammelten.
Heute ist die Dampfschifffahrt wieder auf Kurs. Mit über 700.000 Fahrgästen im letzten Jahr nähert man sich langsam den Vor-Krisen-Zahlen. Das Jubiläumsprogramm lockt mit besonderen Angeboten: historische Themenfahrten, Ausstellungen zur Technikgeschichte und spezielle Familienevents in historischen Kostümen.
Für die Stadt Dresden bedeutet das Jubiläum mehr als nur Tourismus. «Die Dampfer sind Teil unserer Identität», erklärt Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch. Das sehe ich auch bei meinen Streifzügen durch die Stadt – kaum ein Souvenir kommt ohne das Motiv der historischen Schaufelraddampfer aus. Sie verbinden Dresden mit seiner Geschichte und werden, trotz aller Herausforderungen, hoffentlich auch in Zukunft die Elbe befahren.