In Berlin sitzen über 60.000 Menschen seit Montagabend im Dunkeln. Ein großflächiger Stromausfall legt den Südwesten der Hauptstadt lahm. Betroffen sind die Stadtteile Steglitz, Lankwitz, Lichterfelde und Teile von Zehlendorf. Was als technische Störung begann, entwickelt sich zunehmend zum Alltagsproblem für die Bewohner – besonders für Familien mit Kindern.
Die Stromnetz Berlin GmbH arbeitet auf Hochtouren an der Behebung des Problems, das durch einen Kabelfehler im Umspannwerk Steglitz ausgelöst wurde. «Die Komplexität der Schäden ist größer als zunächst angenommen», erklärte Unternehmenssprecherin Sandra Haderlein. Die gute Nachricht: Erste Haushalte wurden bereits wieder ans Netz angeschlossen. Die vollständige Reparatur könnte jedoch noch bis Donnerstag dauern.
Besonders hart trifft es Schulen und Kitas in der Region. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf empfiehlt Eltern, ihre Kinder wenn möglich zu Hause zu behalten. «Wir haben weder Heizung noch warmes Wasser», berichtet Kita-Leiterin Martina Weber aus Lichterfelde. «Bei den aktuellen Temperaturen ist das für die Kleinen einfach nicht zumutbar.»
Als ich gestern Abend durch die dunklen Straßen Steglitz› fuhr, waren die Auswirkungen unmittelbar spürbar: Geschäfte geschlossen, Ampeln ausgefallen, Menschen mit Taschenlampen unterwegs. An der Schlossstraße, sonst eine belebte Einkaufsmeile, herrschte gespenstische Stille.
Die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk haben Anlaufstellen eingerichtet, an denen sich Anwohner aufwärmen und ihre Handys aufladen können. Auch werden besonders gefährdete Menschen wie Pflegebedürftige und Senioren gezielt unterstützt. «Die Hilfsbereitschaft unter den Nachbarn ist beeindruckend», lobt Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski.
Während die Techniker an der Behebung arbeiten, stellt sich die Frage nach der Zuverlässigkeit unserer Infrastruktur. In einer Stadt, die sich gerne als moderne Metropole präsentiert, offenbart ein Kabelfehler ernste Schwachstellen. Was, wenn solche Ausfälle in Zukunft häufiger auftreten?