Die Hamburger Weihnachtsbäume haben ausgedient. Ab Montag beginnt die Stadtreinigung mit der großen Tannenbaum-Sammlung in den Stadtteilen. Über 200.000 Bäume werden in den kommenden Wochen eingesammelt. Die ausrangierten Tannenbäume erleben dabei ein nachhaltiges zweites Leben.
Es ist ein vertrautes Bild nach den Feiertagen: Die einst stolzen Weihnachtsbäume, nun nadelig und schmucklos, warten am Straßenrand auf ihre letzte Reise. «Wir sind mit über 300 Mitarbeitern im Einsatz», erklärt Andree Möller, Sprecher der Hamburger Stadtreinigung. Jeder Haushalt hat genau zwei Chancen zur kostenlosen Abgabe – die jeweiligen Termine hängen vom Stadtteil ab.
In meinen fast zwanzig Jahren als Reporterin habe ich die Hamburger Tannenbaum-Abholung mehrmals begleitet. Was mich immer wieder beeindruckt: Die logistische Leistung hinter dieser Aktion. In Ottensen beispielsweise türmen sich manchmal regelrechte Tannenberge an den Sammelstellen.
Die gesammelten Bäume werden nicht einfach entsorgt. «Aus den Weihnachtsbäumen entsteht in unseren Anlagen Kompost oder Biogas«, sagt Möller. Eine sinnvolle Verwertung, die etwa 1.000 Tonnen Biomasse in den Energiekreislauf zurückführt.
Wichtig für alle Hamburger: Die Bäume müssen komplett abgeschmückt sein – keine Lametta-Reste, kein vergessener Christbaumschmuck. Wer den Abholtermin verpasst, kann seinen Baum auch zu einem der zwölf Recyclinghöfe bringen. Diese nachhaltige Tradition zeigt: Selbst das Ende der Weihnachtszeit kann umweltfreundlich gestaltet werden.