Der Preis fürs Parkrecht vor der eigenen Tür schwankt in NRW dramatisch. In Köln zahlen Anwohner bis zu 30 Euro monatlich für einen Parkausweis – in Düsseldorf nur 25 Euro jährlich. Diese Unterschiede sorgen seit der Gesetzesänderung 2020 für Diskussionen, wie eine aktuelle Erhebung des ADAC zeigt.
Besonders auffällig: In Münster kosten Parkausweise in der Innenstadt mittlerweile 200 Euro pro Jahr. «Die höheren Gebühren sollen den öffentlichen Raum gerechter verteilen», erklärt Münsters Verkehrsdezernent Peter Schmidt. Dagegen hält man in Gelsenkirchen an den günstigen 15 Euro jährlich fest – trotz Haushaltskrise.
Seit Jahren beobachte ich, wie unterschiedlich Städte mit ihrem Parkraum umgehen. In Bonn, wo die Parkplatzsuche in manchen Vierteln zum Geduldsspiel wird, zahlen Anwohner moderate 30 Euro im Jahr. In meinem alten Hamburger Viertel waren es schon vor Jahren deutlich mehr.
Experten des Umweltbundesamtes empfehlen Gebühren von mindestens 200 Euro jährlich. «Ein Parkplatz kostet die Allgemeinheit etwa 1.000 Euro im Jahr an entgangenem Nutzen», sagt Verkehrsplanerin Maria Weber. Dabei geht es nicht nur ums Geld – die Debatte spiegelt unterschiedliche Vorstellungen davon, wie wir unsere Städte gestalten wollen.
Welchen Preis öffentlicher Raum haben sollte, bleibt eine der spannendsten Fragen für unsere Kommunen. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob sich die Gebühren bundesweit angleichen oder die regionalen Unterschiede bestehen bleiben.