Nach dem großflächigen Stromausfall in mehreren Berliner Stadtteilen gestern bleiben heute rund 20 Schulen geschlossen. Betroffen sind vor allem Einrichtungen in Köpenick und Teilen von Treptow. Rund 12.000 Schülerinnen und Schüler müssen zu Hause bleiben. Der zuständige Stromnetzbetreiber Vattenfall arbeitet fieberhaft an der Behebung des Problems, das durch einen Brand in einem Umspannwerk verursacht wurde.
Seit gestern Mittag sind tausende Haushalte, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen ohne Strom. Besonders kritisch ist die Lage für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, die auf Notstromaggregate umstellen mussten. «Die Situation ist unter Kontrolle, aber noch nicht gelöst», erklärte Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch heute Morgen bei einem Besuch im betroffenen Gebiet.
In den sozialen Medien kursiert seit gestern Abend ein angebliches Bekennerschreiben einer bislang unbekannten Gruppe, die den Anschlag für sich reklamiert. Die Polizei Berlin bestätigte auf Nachfrage, dass sie diese Spur untersucht, warnt aber vor voreiligen Schlüssen: «Wir prüfen alle Hinweise, können zum jetzigen Zeitpunkt einen technischen Defekt nicht ausschließen», so ein Sprecher.
In meinen fast zwanzig Jahren als Journalistin habe ich mehrere große Stromausfälle begleitet – der letzte vergleichbare Fall in Berlin-Köpenick 2019 dauerte über 30 Stunden. Die Stimmung vor Ort ist angespannt, aber besonnen. Viele Anwohner helfen sich gegenseitig mit Lebensmitteln und Powerbanks.
Experten rechnen mit einer vollständigen Wiederherstellung der Stromversorgung frühestens morgen Abend. Für die betroffenen Schulen bedeutet das: Der Unterricht könnte auch morgen noch ausfallen. Die Frage bleibt: Wie verletzlich ist unsere kritische Infrastruktur wirklich – und was bedeutet das für eine Großstadt wie Berlin?