Die Vorfreude auf das Auswärtsspiel der Kölner Haie in Dresden wich bei vielen Fans schnell der Ernüchterung. «Wir werden es nicht mehr schaffen» – diese Nachricht machte am Wochenende in zahlreichen Fan-Chats die Runde. Der Grund: massive Zugausfälle und Verspätungen bei der Deutschen Bahn. Was eigentlich ein Eishockey-Festtag werden sollte, verwandelte sich für viele in einen digitalen Marathon zwischen DB-App, Ticketing-Portalen und verzweifelten Whatsapp-Nachrichten.
Die Probleme begannen bereits am frühen Morgen. Hunderte Haie-Anhänger hatten ihre Reise über die DB Navigator-App geplant – nur um dann am Bahnsteig zu erfahren, dass ihre Verbindung ersatzlos gestrichen wurde. «Es ist zum Verzweifeln», berichtete ein Fan auf Twitter. «Erst bucht man Wochen im Voraus, und dann steht man plötzlich ohne Alternative da.» Die digitale Reiseplanung, die eigentlich Sicherheit geben sollte, entpuppte sich als Trugschluss.
Besonders bitter: Die kurzfristige Umplanung über andere Verkehrsmittel scheiterte an überlasteten Buchungsportalen und überteuerten Angeboten bei Mitfahrzentralen. Ein Blick auf die Echtzeit-Karte der Verkehrs-App zeigte zeitweise über 60 Haie-Fans, die am Kölner Hauptbahnhof festsaßen. Die von der Bahn angebotene digitale Alternative – eine Zugverbindung mit fünf Umstiegen und über acht Stunden Fahrzeit – war für die meisten keine realistische Option mehr.
Die Fanbetreuung der Kölner Haie reagierte schnell und richtete einen digitalen Notfall-Chat ein, in dem sich Fans für spontane Fahrgemeinschaften organisieren konnten. «Die Community hält zusammen, wenn die Technik versagt», erklärte Fanbeauftragter Martin Weber. Doch für viele kam diese Hilfe zu spät.
Was bleibt, ist die Frage: Wie verlässlich ist unsere digital vernetzte Reisewelt wirklich? Während wir mit wenigen Klicks Tickets buchen können, sind wir bei Störungen oft hilfloser als in analogen Zeiten. Die Haie-Fans jedenfalls werden sich überlegen, ob sie beim nächsten Auswärtsspiel nicht lieber auf traditionellere Reisemethoden setzen – oder zumindest einen grosszügigeren Zeitpuffer einplanen.